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Spielbericht

 

So, 06.05.2018

Berliner TSC gg. SFC Stern 1900 --> 1:2
 

Heute mussten wir auswärts bei herrlichstem Wetter beim Berliner TSC antreten. Im Hinspiel und auch bei der Hallenrunde haben wir den TSC mit jeweils 4:0 geschlagen. Dennoch schworen wir die Mannschaft darauf ein, das Spiel hier nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, da wir mit nur einer Auswechslerin wieder nicht wirklich gut besetzt waren. Zudem fehlten mit Jojo und Toni zwei Stammkräfte in der Verteidigung. Aber unsere Abwehrchefin Larissa war nach ihrer wochenlangen Verletzungspause wieder mit von der Partie. Der TSC war mit 6 (!) Auswechselspielerinnen scheinbar auf alle Eventualitäten vorbereitet. Aber bitte was war das für ein kleiner Platz? Da fehlten ja gut 15 Meter in der Länge und 5 in der Breite. Man hätte auch 10 gg. 10 oder 9 gg. 9 spielen können. Wie auch immer... Da der Schiri nicht angetreten ist, hat Werner sich der Aufgabe angenommen. Wir hofften einfach, dass die Mannschaft den Schwung vom Adler-Spiel mitnehmen würde und von Anfang an aufs Ganze geht. 

 

 
Und so kam es dann auch... Wir hatten in den ersten 25-30 Minuten klar die Oberhand und hatten etliche Tormöglichkeiten, davon 3-4 sogenannte "Hundertprozentige", die die starke Torhüterin vom TSC entweder entschärfen konnte oder Ball knapp über oder neben das Tor ging. Der TSC fiel in den ersten 30 Minuten nur durch sehr körperbetontes Spiel auf, das wir nicht mitgehen konnten, da unsere Spielerinnen teilweise 2,5 Jahre jünger waren und körperlich nicht so groß und robust wie die Gegenspielerinnen. Unsere Kapitänin Sophie, endlich auch wieder mit dabei, machte ein sehr gutes Spiel im offensiven Mittelfeld und verteilte die Bälle mit Übersicht. Zoe war vorne immens gefährlich durch ihre Schnelligkeit und stellte damit die Abwehr vom TSC vor große Probleme. Wir erlaubten uns sogar einige Kabinettstückchen. Leider fand der Ball das Netz nicht und so kam es, wie es kommen musste... Wir wurden nervös und der TSC wurde besser. Hatte vorne 3 sehr starke Spielerinnen, die ihren Körper gut einzusetzen wussten und ein aggressives Pressing spielten. Hier fehlt uns einfach die Übersicht, den TW unter Bedrängnis mit ins Spiel einzubeziehen und neu aufzubauen. Wir waren sehr hektisch im Defensivbereich, klärten den Ball lieber ins Aus, anstatt die Anspielmöglichkeit zu suchen. Wir verloren sehr einfache Bälle und machten den Gegner dadurch (mal wieder) stark. Zur Halbzeitpause stand es 0:0, obwohl wir mit 4 Toren hätten führen müssen. 

 

Leider ist das nicht nur eine abgedroschene Fußballweisheit... Sie stimmt leider auch. "Wenn man die Tore vorne nicht macht, dann bekommt man sie hinten". Denn kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit hatte der TSC eine Ecke. Diese wurde auf den ersten Pfosten gespielt, die körperlich sehr starke Spielerin mit der Nummer 10 ging resolut zum Ball und versenkte diesen in die kurze Ecke. Oh man... Jetzt mussten wir auch noch, trotz etlicher Gelegenheiten in Führung zu gehen, einem Rückstand hinterher laufen. Und das gegen diese mittlerweile unangenehm spielende Mannschaft und gegen unsere nachlassenden Kräfte. Es war aufreibend. Nicht nur an der Seitenlinie, auch auf dem Platz. Da sich plötzlich zwei unserer Spielerinnen beschwerten, von einer oder mehreren (?) gegnerischen Spielerinnen beleidigt worden zu sein. Das Ganze gipfelte schließlich in einer gelben Karte, da eine Spielerin vom TSC sich nicht beruhigen wollte und gegenüber dem Schiri (also Werner) auch noch im Ton vergriff (auch nach dem Spiel beim Abklatschen gab es eher nicht so nette Worte dieser Spielerin). Naja... Trash-Talk gehört auf dem Feld, egal um welche Mannschaftssportart es sich handelt, auch immer dazu, aber beim Abklatschen sollte man fair bleiben und sich blöde Sprüche verkneifen. Whatever... nicht meine Spielerin. Nach diesem "Zwischenfall" hatte der TSC noch eine richtig gute Möglichkeit, die Führung auszubauen. Glücklicherweise von Werner auch richtig erkannt und auf Abseits entschieden, denn die Spielerin mit der Nummer 10 stand beim Abspiel oder Torschuss oder was auch immer das war VOR dem Ball und näher dem Tor als unsere letzte Abwehrspielerin. Wurde zwar von der TSC-Trainerin, auch noch nach dem Spiel, moniert, aber das war definitiv eine Abseitsstellung.

 

Jetzt war ein Bruch im TSC-Spiel zu erkennen und unsere Mädels machten Druck. Nachdem Zoe auch in Hälfte 2 einige gute Chancen ausließ, machte sie nach einem ihrer schnellen Vorstöße endlich den Ausgleichstreffer. Man merkte ihr die Erleichterung an (und mir sicherlich auch). Das motivierte uns nochmal. Jetzt wollten wir den Führungstreffer erzielen. Wir waren zwar immer noch hektisch und unsicher in der Abwehr und aufgrund der Platzgröße war es richtiggehend ein Getümmel im Mittelfeld. Aber wir hatten einige gute Spielzüge. Unsere bisherigen Ecken führten leider zu nichts Zählbarem und waren auch zu ungefährlich. Kurz vor Spielende hatten wir aber nochmal eine Ecke, die Lina gefährlich vors Tor auf den ersten Pfosten brachte. Die gegnerische Abwehr konnte den Ball nicht unter Kontrolle bringen und ein abgefälschter Klärungsversuch landete direkt bei Sophia, die den Ball direkt mit dem Vollspann ins Tor ballerte. Freude und Erleichterung pur. Beim Team, beim Trainerstab und bei den mitgereisten "Fans". Eine Minute später wurde das Spiel abgepfiffen. Ein Arbeitssieg, aber ein hochverdienter. 

 

Letztendlich muss man sagen, dass das Chancenplus definitiv auf unserer Seite verbucht werden muss. Wir dürfen zukünftig derartig klare Chancen nicht so leichtfertig liegen lassen. Auch wenn die Torhüterin vom TSC heute einen guten Tag erwischt hat. Aber es hätte in Halbzeit 1 locker schon 4:0 stehen können. In der zweiten hatten wir, abgesehen von den beiden Toren, auch 3 klare Torchancen. Hier geht auf jeden Fall die richtige Mannschaft als Sieger vom Feld. Es ist mir allerdings unbegreiflich, dass der TSC, der sich heute sehr unangenehm spielen ließ und über einige körperlich und technisch-starke Spielerinnen verfügt, die "Schießbude" der Liga mit mehr als 120 Gegentoren ist. Auf jeden Fall haben sie wesentlich besser als im Hinspiel agiert. Wir sind froh, dass wir doch noch gewonnen haben. Denn das ist gar nicht so einfach, da es ab dem Zeitpunkt des Rückstandes um einiges schwerer ist, das Ruder nochmal rumzureissen und gegen die eigene Enttäuschung und Unsicherheit anzukämpfen. Aber das zeichnet letztendlich auch unsere Mannschaft aus. Wir kämpfen bis zum Schluss. (Wenn wir wollen!)