Derby ohne Sieger

Keineswegs David gegen Goliath – ein spannendes Bezirks-Duell auf Augenhöhe begeisterte am vergangenen Sonntag mehr als 400 Zuschauer auf dem Sportplatz Schildhornstraße.

Getreu dem Motto „never change a winning team” vertraute Stern-Coach Andy Thurau auf die gleiche Elf, die in der Vorwoche drei Punkte mit aus Pampow brachte.
Sein Pendant, Simon Rösner, ließ mit Patrick Jahn und Sebastian Huke seine zwei Torjäger erst einmal auf der Bank. Eine rein taktische Entscheidung, wie Co-Trainer Manuel Meister auf der PK nach dem Spiel erklärte: „Wir wissen um die spielerische Stärke von Stern 1900. Deshalb entschieden wir uns für laufstärkere Spieler, die den Spielaufbau stören und die Aufbauspieler beschäftigen sollten.“ Dennoch sollten die Hausherren zumeist die Ruhe am Ball bewahren.

Bereits von der ersten Minute an war auf beiden Seiten kein Abtasten zu erkennen. Über die gesamte Spieldauer hielt sich eine enorm hohe Intensität, die in einem beinahe offenen Schlagabtausch in den Schlussminuten der Partie gipfelte.

Schon nach kurzer Zeit musste Linksverteidiger Eddie Udeoka eine gelbe Karte hinnehmen, da Torhüter Simon Slotta ihn durch eine Nachlässigkeit dazu zwang, ein taktisches Foul zu ziehen.
Der anschließende Freistoß von Ex-Sterner Maxi Obst landete im Strafraum beim groß gewachsenen Lenny Stein, dessen Kopfball es allerdings an Präzision fehlte.
Gegen eben jenen Stein konnte sich Gantzberg mit etwas Glück durchsetzen, seinen Pass in die Tiefe konnte Özdal zwar verarbeiten, im Eins-gegen-Eins allerdings nicht zum Führungstreffer konvertieren.
In der 23. Minute fand eine Flanke von der linken Seite im Zentrum Robert Schrade, der den super aufgelegten Paul Büchel im Kasten der Zehlendorfer per Kopf aber auch gegen die Laufrichtung nicht überwinden konnte.
Auch ein Freistoß von Patrick Mattern gegen Ende der ersten Hälfte wirkte bedrohlich, fand aber nicht sein Ziel.

Für Unruhe in der Hälfte des Gastgebers sorgte zumeist der stark aufspielende, aber insgesamt in letzter Konsequenz doch unglücklich agierende Egzon Ismaili. Kurz nach der Pause fasste er sich nach starkem Dribbling ein Herz und donnerte den Ball aus 17 Metern halblinker Position an Slotta vorbei ins Torwarteck zur 0:1 Führung. Fast aus dem Nichts, wirkten die Sterner in Durchgang eins der Führung doch deutlich näher als die Gäste.
Diese bekamen durch den Torerfolg erst einmal Oberwasser und waren in der Folge deutlich aktiver als zuvor – ungefähr bis zur 60. Spielminute. Einen Fehler im Aufbauspiel konnten Phil Butendeich und Jason Rupp im Zusammenspiel aber nicht nutzen, da der aufmerksame Slotta den Doppelpass abfing.

Von da an ergab sich durch das erneut couragierte Anlaufen der Steglitzer ein ähnliches Bild wie in der ersten Spielhälfte. Insgesamt kann man die Partie als ausgeglichen bezeichnen, die klareren, besseren Chancen hatte aber die Heimmannschaft.

Von Udeoka und Schrade freigespielt trat in der 65. Minute Can Cakin im Strafraum der „kleinen Hertha“ in Szene. Nachdem er Stein mit einer Finte stehen ließ, fälschte Schröder seinen Schuss unhaltbar für Büchel ab. Mit dem verdienten Ausgleich waren die Oberliga-Neulinge allerdings nicht vollends zufrieden.
Positionsgetreu wechselte das Trainer-Team Thurau/Slotta/Wrobel in der 69. Minute Florian Medrane für Marvin Özdal ein.
Medrane hatte in den darauffolgenden zehn Spielminuten zwei Mal die große Gelegenheit seine Farben in Front zu bringen. Beim ersten Mal schob er den Ball denkbar knapp am langen Pfosten vorbei, beim zweiten Mal scheiterte er an der Hacke eines auf der Linie zur Hilfe eilenden Gegenspielers. Zuvor hatte Cakin an der linken Seitenauslinie Patrick Lux zu einer Karussellfahrt eingeladen und die Zuschauer vergessen lassen, dass er vor dem Spiel mit einer Muskelverhärtung auszufallen drohte.
Besonders auffällig war auch Udeoka, der dank der „zweiten Luft“ das Heft des Öfteren selber in die Hand nahm und auch in den letzten Momenten der Partie noch zu einigen Tempodribblings über größere Distanzen ansetzte.

Doch auch Rösner war der zweite Punkt im zweiten Spiel nicht genug.
Für die Schlussminuten brachte er dann doch noch Huke, der allerdings nicht den gewünschten Effekt, oder einfacher gesagt das ersehnte Tor brachte.

Im Endeffekt zeigten sich die meisten Anhänger und Spieler der Zehlendorfer nach dem Spiel dann doch etwas erleichtert. Meister war auch gut 40 Minuten nach dem Spiel auch noch voll des Lobes und empfahl die Thurau-11 für den Titel „Welt-Mannschaft“.

Die PK in voller Länge gibt es ab Dienstag-Abend um 19:15 auf Facebook zu sehen!
Foto: Seedorff

Auf diese Geschlossenheit muss der SFC bereits am Samstag im Aufsteiger-Duell beim Rostocker FC setzen, während Aufstiegsaspirant Zehlendorf am Sonntag Seelow empfängt.