Auswärtssieg im Aufsteigerduell

Während Das Trainerteam der Sterner erneut auf die gleiche Elf wie in der Vorwoche vertraute, bot Jens Dowe sein Team mit gleich vier Änderungen im Vergleich zur deutlichen Schlappe in der Vorwoche (bei BW90, 0:4) auf.

Zu Beginn der Partie hatten die Gäste einerseits Probleme mit dem Geläuf, das sich in keinem schlechten Zustand befand, andererseits liefen die Rostocker Spieler bereits hoch in der gegnerischen Hälfte an und zwangen Stern zu Fehlern im Aufbauspiel.

Die erste Chance des Spiels gehörte trotzdem den Gästen. Nach sieben Minuten fand eine Flanke von Kapitän Patrick Mattern im Zentrum Oliver Gantzberg. Sein Kopfball verfehlte das Ziel aber noch um gut einen Meter.
Zwingende Möglichkeiten erwirkten die ca. 15 Minuten überlegenen Hausherren nicht, dennoch strahlte vor Allem der nach dem Spiel vom Steglitzer Co-Trainer Robert Slotta als „Unterschied-Spieler“ beschriebene Kevin Mbengani Gefahr aus. Mit seinem enormen Tempo stellte er Mattern des Öfteren vor erhebliche Probleme.
Nach einer Viertelstunde erlief Luca Rohr einen zu kurz geratenen Rückpass der Rostocker, umspielte den Torwart, konnte den Ball aber aus zu spitzem Winkel nur noch an den linken Pfosten des Gehäuses setzen.
In der Folge kamen die Gelb-Blauen nach und nach besser ins Spiel und konnten mehr Kontrolle über das Geschehen erlangen.

Der, wie im vergangenen Spiel, spielfreudige Cakin trieb in der 23. Minute einen Ball durchs Mittelfeld und fand auf der rechten Außenbahn den anlaufenden Özdal. Dieser zog mit dem Ball nach innen und schloss ab, den Torschuss konnte RFC-Keeper Tobias Werk mit einem guten Reflex über den Querbalken lenken – bei der nachfolgenden Ecke ergab sich erneut die Abschlusschance für Özdal, der diesmal aber klar verzog.

Quasi im direkten Gegenzug dann aber das Führungstor für den RFC: Mbengani brach auf der linken Seite ein Mal mehr durch und fand den sonst eher negativ auffälligen Ireidis, dessen Schuss nur noch unhaltbar für Slotta abgefälscht werden konnte. (24‘)

Die Sterner aber bewiesen ihre starke Moral und steckten nicht auf, wer gedacht hatte der RFC könnte durch den Führungstreffer die Oberhand (zurück)gewinnen sah sich getäuscht.
Erst hatte Cakin nach starkem Dribbling die Chance zum Abschluss (32‘), kurz darauf schlug Gantzberg ein Luftloch im Sechzehner.
Kurz darauf war es dann aber soweit: Schrade fand nach Ballgewinn im Mittelfeld mit einem wohl temperierten Pass in die Tiefe den in die Schnittstelle startenden Rohr, der es diesmal im eins-gegen-eins besser machte und den Ball selbstbewusst ins rechte obere Eck des Kastens drosch.

Luca Rohr trifft zum verdienten 1:1

Von diesem Lerneffekt sollte fast mit dem Halbzeitpfiff auch Özdal noch profitieren. Erneut zog er nach einem Ball auf außen an seinem Gegenspieler vorbei nach innen und schloss ab. Der Ball sprang hinter dem chancenlosen Werk von der Innenseite des kurzen Pfostens ins Tor.

Sich gegen die drohende Niederlage stemmend kamen die Rostocker etwas aggressiver aus der Kabine. Insgesamt sechs Mal zwangen sie den sonst ohne allzu viele Karten agierenden Schiedsrichter Lukawski, der die Partie stets unter Kontrolle hatte, in seine Brusttasche zu greifen.

Weiterhin behielt Stern die Kontrolle über das Spielgeschehen, ohne jedoch zwingende Torchancen zu erwirken.
Bei den Rostockern trat immer wieder Mbengani in Szene, konnte aber meist den letzten Ball nicht an den Mann oder aufs Tor bringen.
Nach einigen taktischen Fouls holte der bereits verwarnte Mosch in der 73. Minute den aufs Tor zulaufenden Rohr hart von den Beinen. Die absolut indiskutable Ampelkarte blieb zwar aus, die Freistoßchance aus ca. 19m am linken Eck des Strafraumes jedoch war aussichtsreich.
Mattern trat an und beförderte den Ball über die Mauer an den linken Pfosten, von dem aus der Ball erneut am verdutzten Werk vorbei in den Maschen landete.

Doch der Rostocker FC brach auch danach nicht auseinander – einzig und allein der Unmut innerhalb des Teams führte zu unnötiger Hektik, die das Spiel des Gastgebers zunehmend versteifen ließ.
Eine Provokation vom eingewechselten Dennis Freyer trieb Keeper Werk so zur Weißglut, dass er sich zu einer Tätlichkeit (stieß Freyer mit beiden Händen zu Boden) hinreißen ließ. Diese wurde aber von Lukawski nicht als solche erkannt, der beide Akteure mit der gelben Karte bedachte.

Das Spiel entwickelte sich dann zu einem beinahe offenen Schlagabtausch, in dem der ebenfalls eingewechselte Medrane gut 15 Minuten vor dem Schlusspfiff noch die Möglichkeit hatte ein tolles Solo gegen drei Gegenspieler zu krönen – sein Torschuss aber wurde in letzter Sekunde geblockt.

So fahrig die Partie auch war, kam der RFC trotzdem noch zum Anschlusstreffer. Mbengani verlud, an der Seitenauslinie im direkten Duell, einen Sterner-Abwehrspieler und brachte den Ball von links in den Rücken der Abwehr, wo Grube nur noch einschieben musste.

Auch die Brechstange konnte den Hausherren in letzter Instanz aber keinen Punktgewinn mehr bescheren.
Die Steglitzer siegten in einer intensiven Partie verdient mit 2:3 und manifestierten mit dem siebten Punkt im dritten Spiel den Eindruck, dass sie in der Oberliga angekommen sind.
RFC-Coach Dowe haderte mit der fehlenden Defensiven Stabilität seines Teams: “Wir sind glücklich in Führung gegangen. Danach haben wir den Gegner zu den Gegentoren eingeladen.”
Sein Gegenüber mahnte trotz, oder gerade wegen des guten Starts zur Demut: „Wir müssen weiter hart an uns arbeiten. Die individuelle Qualität, die manche Teams der Liga haben, haben wir nun mal nicht. Außerdem kommen in den kommenden Wochen echte Brocken auf uns zu, auf die wir uns gut vorbereiten müssen.“

Den ersten dieser Brocken empfängt seine Elf am Sonntag um 13:30 mit dem Aufstiegsfavoriten aus Greifswald, die Norddeutschen reisen am selben Tag nach Seelow – Anpfiff dort ist um 14:00.