Schmerz lass nach!

Man muss den Stürmern auch mal weh tun, aber ohne dass der Schiedsrichter pfeift! Sterns Toni Telle im leider nicht ganz legalen Zweikampf mit Enes Akyol (Foto: Lehner)

NOFV-Oberliga-Nord: Sp.Vg. Blau Weiß 90 – SFC Stern 1900 4:1 (2:1), 20.11.2021, 13:00 Uhr, Volkspark Mariendorf

Das Selbstvertrauen schwindet weiter. Die Sterner-Defensive flößt dem Gegner keinerlei Respekt mehr ein. Gegen Stern kann man immer Tore machen, wegen eines Rückstands nach wenigen Minuten muss man sich keine Sorgen machen. Geht das jetzt so weiter? Wir hoffen es nicht. Der restliche Weg durch bzw. aus der Oberliga könnte ganz schmerzhaft werden, falls sich nichts ändert.

Nach der (glücklichen) 0:1-Führung im Volkspark Mariendorf durch Luca Rohr in der 8.Minute, zwar ein kurzer Grund zum Jubel, konnte man sich schwer vorstellen, dass sich heute etwas ändert. Zu wenige entlastende Aktionen wurden der heranrollenden Offensive der Gastgeber entgegengesetzt. Die Flanke von der Blau-Weißen linken Angriffsseite in den Sterner-Strafraum und der anschließende wuchtige Kopfball von Fabian Engel (30. Minute) schien wie in Watte gebettet. Dabei sollten die Stürmer ja fürchten müssen, dass es weh tut, ohne dass danach der Schiedrichter pfeift!

Wenige Minuten später (38.) fiel dann der Führungstreffer durch Shean Mensah. Er hatte auf einen Stockfehler spekuliert und eine Vorlage bekommen. Eine der zahlreichen Querpässe vor der Sternerabwehr führte zum Rückstand. Und danach ließen die Steglitzer die Schultern hängen. Man muss es nicht dramatisieren, aber kurz vor der Halbzeit schien das Spiel entschieden.

Gut, es fehlte nicht am Willen, die Spieler kämpften, aber ohne Überzeugung, ohne die Gastgeber in Verlegenheit zu bringen. Die Oberliga verlangt Physis! 90 Minuten Athletik, die die Mannschaft aus verschiedenen Gründen offenbar nicht leisten kann momentan. Wer steuert hier um? Wo ist der Team-Leader, der die Mitspieler zu Hochleistungen antreibt? Sicherlich braucht die Mannschaft auch personell dringend Ergänzung(en).

Dass es dann in der zweiten Hälfte zu einem möglicherweise unberechtigten Elfer kam, kann man nicht einmal als schiefes Alibi bemühen. Fabian Engel verwandelte erneut, humorlos (50.). Denn das Spiel war längst entschieden. Der Schlusspunkt durch Perkovic (86.) folgerichtig. Wie soll das aus Sterner-Sicht weitergehen? Woher soll der Ruck kommen, der durch die Mannschaft gehen muss?

Die Zeiten sind unsicher, hoffen wir auf eine neue Bewährungsprobe kommenden Sonntag, da soll der MSV Pampow auf dem Sterner zu Gast sein.

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