Nach dem bitteren 1:3 beim Frohnauer SC sollen am heutigen Mittwoch gegen den TSV Mariendorf die drei Punkte auf dem Sterner bleiben
Wenn du vorne die Dinger nicht machst, kriegst du sie hinten rein. Beim SFC Stern 1900 war es zum Berlin-Liga-Auftakt am vergangenen Sonntag beim Frohnauer SC zwar andersherum, doch Binsenweisheit vorwärts oder rückwärts – diese Niederlage war extrem bitter für den Vizemeister der vergangenen Spielzeit.

Weil die Vorbereitung hart war, weil Mannschaft und Trainer-Team viel investiert haben, weil man sie nicht verstehen konnte und vor allem – und das wurmte Trainer Kai Brandt noch beim „Anschwitzen“ am Freitag am meisten: „Weil der Gegner fußballerisch keinen Auftrag hatte.“

Was er damit meint: Der Frohnauer SC schlug über die gesamte Spielzeit lange Bälle auf seinen großgewachsenen Stürmer, der verlängerte und ein, zwei schnelle Leute machten sich auf die Jagd nach Ball und Torerfolg. Und weil das dreimal funktionierte, wollte Brandt dem Gegner auch nichts wegnehmen: „Das hat für uns gereicht.“

Sein Ärger trifft schon eher seine Schützlinge. „Wir wussten, wie Frohnau spielt, haben darauf hingewiesen. Wenn sich unsere Verteidiger aber nicht rechtzeitig nach hinten absetzen – wenn wir schon die Zweikämpfe an der Mittellinie verlieren – , hilft das ja nichts.“

In der zweiten Hälfte schüttete dann die Offensive noch einen großen Eimer Bitternis obendrauf. Brandt, Kapitän Flo Medrane und Angreifer Oliver Gantzberg waren sich in ihrer Analyse einig: Ob der Fülle bester Torchancen hätte man die missglückte erste Hälfte locker vergessen machen können. Versagen oder schlichtweg Pech waren davor, mehr als ein Anschlusstreffer durch Jordi Thurau gelang nicht mehr (82.).

Und jetzt, am heutigen Mittwoch, ein echtes Brett. Der TSV Mariendorf kommt – eine mit individuell äußerst starken Kickern bestückte Mannschaft, die zum Start ein 2:2 gegen den 1. FC Wilmersdorf verbuchte. Brandt glaubt nicht, dass die Auftaktpleite Schlüsse auf den Ausgang dieser Partie zulässt: „Das wird ein völlig anderes Spiel. Mariendorf will fußballerisch ja was“, sagte er.
Die Startelf dürfte am heutigen Mittwoch etwas anders aussehen
Wen er zum Anpfiff um 19.30 Uhr auf das Feld schicken wird, verriet er nicht. Nur ließ er durchblicken, dass er die Abwehr „schon ein wenig umkrempeln“ wolle. Optimistisch sieht er der Begegnung entgegen, auch wenn ein Sieg zum Saisonstart natürlich seinem Team ordentlich Wind ins Segel geblasen hätte.

Oliver Gantzberg hatte am Freitag die Pleite schon abgeschüttelt: „Klar, bei uns ist noch Luft nach oben. Aber die Saison ist lang. Wir haben eine sehr gute Truppe mit einem sehr guten Zusammenhalt. Und Stimmung ist unverändert top. Mariendorf kann kommen.“
Fotos: Ralf Seedorff
