Dosenöffner Schönfuß-Hahm: Stern gewinnt klar in Altglienicke

Steglitzer setzen sich bei der VSG Altglienicke II mit 4:0 durch, auch weil sie das enge Geläuf taktisch klug nutzen.

Der SFC Stern 1900 hat im direkten Duell zweier Tabellennachbarn einen wichtigen Auswärtssieg eingefahren. Mit einem deutlichen 4:0 (2:0) bei der VSG Altglienicke II verschafften sich die Steglitzer Luft im Mittelfeld der Berlin-Liga. Vor dem Spiel lag Stern noch auf Platz zehn, einen Punkt hinter den Gastgebern. Durch den Erfolg zog Stern an der Regionalliga-Reserve vorbei.

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Mit Tim Schönfuß-Hahm (am Ball) kehrte ein Stück mehr Lufthoheit und Torgefahr ins Sterner Spiel zurück.

Der Sieg war zugleich eine Reaktion auf die bittere 0:1-Niederlage der Vorwoche gegen Fortuna Biesdorf. Während auf der Sterner Tribüne bereits erste Sorgen vor einem Abrutschen in die Kellerregion laut geworden waren, hatte Trainer Yanik Schottelius trotz der Niederlage von einer stabilen Leistung gesprochen.

Schottelius: Diesen Sieg nicht zu hoch hängen

Besonders bemerkenswert war der Erfolg, weil Altglienicke II auf dem eigenen Platz nur schwer zu schlagen ist. Das vergleichsweise enge Spielfeld kommt der Spielweise der technisch starken Gastgeber entgegen: Sie können ihren Aufbau mutig von hinten heraus spielen, weil sie nach Ballverlust sofort ins Gegenpressing kommen beziehungsweise schnell wieder hinter den Ball kommen. Auf größeren Plätzen ist dieses Risiko deutlich schwerer abzusichern, nach möglichen Fehlern im Spielaufbau ergeben sich Räume für den Gegner.

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Alter Bekannter: Franz Wetzel aus der Zweiten feierte sein Berlin-Liga-Comeback.

Schottelius setzte deshalb auf körperliche Präsenz – und darauf, sich auf andere Art Platz zu schaffen. Dieser Plan ging auf. Der Führungstreffer fiel nach einer Situation, die auf dem kleinen Spielfeld besonders gefährlich ist. In der 36. Minute flog ein weiter Einwurf von Höhe des Strafraums direkt in den Sechzehner. Tim Schönfuß-Hahm setzte sich im Luftduell durch, der Altglienicker Jan Latzel war noch am Ball – doch der Kopfball landete im Netz. „Das war der absolute Dosenöffner“, sagte Schottelius später.

Jule Hartmann vom Punkt kalt wie Hundeschnauze

Mit der Führung veränderte sich nämlich das Spiel. Altglienicke musste mehr Risiko gehen und rückte weiter auf – und plötzlich entstanden Räume, die Stern zuvor kaum gehabt hatte.Kurz vor der Pause legten die Gäste nach. Nach einem Angriff zog Nico Wobeser aus der Distanz ab, der Ball sprang einem Altglienicker Verteidiger an die Hand. Den fälligen Strafstoß verwandelte Jule Hartmann sicher zum 2:0 (44.). Dabei waren die Gastgeber zunächst besser in die Partie gestartet. „Die ersten 15 Minuten waren sie klar präsenter“, sagte Schottelius. Mit dem ersten Treffer habe sich das Spiel jedoch gedreht.

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Nach einer halben Stunde ergaben sich für die Steglitzer Offensivfraktion um Jordi Thurau (r.) deutlich mehr Räume.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Stern gefährlich und erspielte sich weitere Möglichkeiten. Die endgültige Entscheidung fiel in der Schlussphase – innerhalb von nur zwei Minuten. In der 77. Minute zog Schönfuß-Hahm aus der Ferne ab. Der Schuss war nicht besonders hart oder platziert, doch der Torhüter bekam den Ball trotz Berührung nicht unter Kontrolle – 3:0. Nur eine Minute brachte Kapitän Luca Rohr den zweiten Ball nach einem langen Abschlag von Keeper Elias Fürstenau gekonnt unter Kontrolle und brachte mit einem wundervollen Heber über die VSG-Abwehr den startenden Omar Hajjaj in die Show, der den Ball perfekt mitnahm, mit seinem ersten Versuch noch an Keeper Malik Liao scheiterte, den Abpraller aber dann zum 4:0 (78.) nutzte.

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Der Treffer von Omar Hajjaj zum 4:0 war für Stern wie die Kirsche auf der Sahne auf dem Kuchen.

Am Ende stand ein klarer Auswärtssieg für die Steglitzer, der nicht nur deutlich ausfiel, sondern auch tabellarisch Wirkung zeigte. „Ein im Prozess verdienter Sieg, der aber jetzt nicht zu hoch gehängt werden darf“, ordnete Schottelius den Erfolg ein. Stern zog damit an Altglienicke II vorbei und verschaffte sich wichtige Luft nach unten.


Fotos: Ralf Seedorff

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