Sterns Männer unterliegen beim Frohnauer SC nach starkem Beginn mit 1:3
„Es zieht sich durch die Rückrunde und war wie zuletzt beim Croatia-Spiel: Ein Bruch im Spiel nach der Pause“, konstatierte Sterns Sportlicher Leiter Robert Slotta nach der frustrierenden Niederlage beim Frohnauer SC. Frustrierend deshalb, weil nicht nur seiner Meinung nach die Steglitzer zur Pause gut und gerne hätten mit ein, zwei Toren Unterschied hätte führen können. Was dann eben ihnen anstatt den Gastgebern in die Karten gespielt hätte.

Der gute alte Konjunktiv. Tatsächlich stand es nach den ersten 45 Minuten 1:1. Weil Flo Medrane sich den Ball nach einem Traumpass von Paul Odendahl hinter die letzte SC-Reihe den Ball ein bisschen zu weit am herauseilenden Weber vorbeispitzelte und ihn nicht mehr vor der Torauslinie erreichte, um einzunetzen (33.). Weil Can Cakin beim Stand von 1:0 für Stern einen Elfmeter vergab und Flo Medrane den Nachschuss ebenfalls nicht am stark reagierenden Frohnauer Keeper Lars Weber vorbeibrachte (38.). Weil auch das dritte direkte Duell zwischen Medrane und Weber an den Torwart ging, als er einen gefährlichen Flatterball des Sterner Kapitäns aus der Ecke fischte. Und weil Frohnau schließlich kurz vor dem Pausenpfiff nach einem Konter durch Dustin Ludewig noch egalisierte. Ärgerlicher Weise, vorausgegangen war nämlich ein unnötiger Ballverlust im Mittelfeld.

So überließen die Steglitzer Kicker ihre Fans mit gemischten Gefühlen der Pause. Der herrliche Führungstreffer hatte sie noch in Euphorie versetzt: Der flinke Leon Krost hatte von rechts ins Zentrum gedribbelt und Luca Rohr angespielt. Rohr spielte scharf und direkt Nico Wobeser auf halbrechts frei und der donnerte die Kugel halbhoch in die kurze Ecke – Weber war diesmal chancenlos (20.). Der Pausenstand sorgte auf den Rängen aber freilich für Ernüchterung.

Warum das Sterner Team im zweiten Spielabschnitt dann gar keine Aktien mehr am Spiel hatte, bleibt wohl sein Geheimnis. „Keine Durchschlagskraft vorne, hinten die Abstände zu groß. Zwei Negativereignisse aus der ersten Hälfte – vergebener Elfer und Gegentor – haben gereicht, um uns aus dem Tritt zu bringen“, analysierte jedenfalls Slotta nach der Partie. Und so hatte der sehr diszipliniert verteidigende SC relativ leichtes Spiel.

Sterns Unglück zeichnete sich früh nach Wiederanpfiff ab: Fronau vergab zwei Riesen. In der 68. Minute war es dann so weit. Ein Pass reichte, um Sterns Kette auszuhebeln. Ludewig lief alleine auf die Kiste zu und ließ Boyo Dickersbach im Sterner Kasten keine Chance (68.). Auch am dritten Kontertor konnte der Torhüter nichts ändern. Philipp Walter machte den Deckel für die Hausherren nach einem Querpass von der rechten Seite drauf (82.).

Der Frohnauer SC feierte nach dem Abpfiff den verdienten Sieg wie die Meisterschaft. Verständlich, dank der weiteren drei Punkte braucht er nicht mehr sorgenvoll in den Keller der Liga schielen. Im gelb-blauen Kreis auf der anderen Seite war es ruhig. Sicher fand Trainer Maxi Obst gleichermaßen aufbauende wie kritische Worte. Denn der Auftritt von Stern in der zweiten Halbzeit genügt vor allem nicht den eigenen Ansprüchen.
Fotos: Ralf Seedorf
