So, 24.03.2019
SFC Stern 1900 gg. SV Schmöckwitz-Eichwalde --> 4:3

 

Heute mussten wir in unserem ersten Rückrundenspiel auf heimischem Boden gegen die Mädels des SV Schmöckwitz-Eichwalde antreten. Leider fehlten uns 4 Stammspielerinnen und weitere haben abgesagt, sodass wir mit einer Wechslerin antreten mussten. Das Hinspiel gewannen wir auswärts mit 4:0 und wollten uns auch hier die 3 Punkte sichern, um den Anschluss an die Spitze nicht zu verlieren.

  

Wir legten auch gut los… Nach 5 Minuten wurde Toni, die heute im offensiven Mittelfeld agierte, mit einem wunderbaren Laufpass in die Schnittstelle auf die Reise geschickt. Sie blieb im Tempo, schaute die Torhüterin aus und schob den Ball sicher ins lange Eck. Eine schnelle Führung. Genau das wollten wir. Anschließend machten wir weiterhin das Spiel und setzten unsere Außen auf beiden Seiten ein, dennoch verteidigte Schmöckwitz mit Herz und schaffte es immer wieder unsere Angriffe abzublocken. Oftmals in letzter Sekunde. Auch wenn wir den Spielverlauf bestimmten, waren es immer wieder fehlende Konzentration und Übersicht, die Schmöckwitz Chancen ermöglichten. Wie auch in der 15. Minute, als die Gäste zu einer Ecke kamen, die in den 5-Meter-Raum getreten wurde. Unsere Torhüterin verschätzte sich, erwischte den Ball nur mit den Fingerspitzen, leitete diesen dadurch zum 2. Pfosten weiter, an dem die Schmöckwitzer Spielerin mit der Nummer 17 das Leder nur über die Linie drücken musste. Eine Verkettung vieler „Fehlerchen“, die letztendlich das Gegentor bedeuteten. Somit ein kleiner Dämpfer für die Sterner, die dennoch mutig weiter nach vorne spielten. In Minute 20 hat sich Zoe in den Strafraum gedribbelt und konnte nur durch ein Foul gestoppt werden, das richtigerweise einen Elfmeter zur Folge hatte. Anna wurde schon vor dem Spiel auserkoren, diesen zu treten, sollte es dazu kommen. Trotz vorheriger Bedenken, nahm sie sich den Ball und zögerte nach dem Pfiff des Schiedsrichters keine Sekunde. Lief sofort an und verwandelte den Elfer eiskalt ins linke untere Eck zur erneuten Führung. 3 Minuten später schaltete Debi am gegnerischen Strafraum schneller als die Verteidigung und setzte einer zu schwach gespielten Rückgabe auf die TW von Schmöcke nach, legte sich den Ball mit dem rechten Fuß an der heranstürmenden Torhüterin vorbei und netzte danach locker mit links ein. 3:1. Anschließend spielten wir weiter Richtung Schmöckwitzer Bude und hatten auch noch einige tolle Gelegenheiten, die leider nicht zum Torerfolg führten. So blieb es zur Halbzeitpause bei der 2-Tore-Führung, die aus einer hervorragend gespielten ersten Halbzeit resultierte. So sahen das auch die Zuschauer.

  

Leider verloren wir in der zweiten Halbzeit komplett den Faden. Nichts mehr zu spüren von der spielerischen Leichtigkeit. Wir spielten unkonzentriert, ließen die Schmöckwitzer Mannschaft agieren und hatten eine unglaublich hohe Fehlpassquote. Des Weiteren vernachlässigten wir das Umschalten in die Defensive komplett, sodass unsere Innenverteidigung permanent „die Kastanien aus dem Feuer holen“ musste. Das defensive Mittelfeld arbeitete kaum mit zurück. So auch in Minute 53, als die Spielerin mit der 13 an der Mittellinie den Ball eroberte und alleine durch das gesamte Mittelfeld dribbelte, unsere Verteidigerin am Strafraum aussteigen und unserer herausgerückten Torhüterin keine Chance ließ. Das Mittelfeld trabte hinterher und machte keine Anstalten die Gegnerin unter Druck setzen zu wollen, was prompt mit dem Anschlusstreffer zum 3:2 bestraft wurde. Eine starke Aktion der Schmöckwitzer Kapitänin, aber so darf sie nie und nimmer zum Zug geschweige denn zum Torerfolg kommen. Das war sträfliches Vernachlässigen der Defensivaufgaben. Doch statt Ruhe reinzubringen durch ein geordnetes Aufbauspiel, verloren wir in der gegnerischen Hälfte zu oft durch Fehlpässe den Ball. Dennoch hatten wir auch gute Aktionen, indem wir immer wieder stark über Außen kamen, allerdings ohne große Torgefahr. Aber wir brachten uns in der 60. Minute wieder selbst in Bedrängnis, als unsere linke Außenverteidigerin zu weit aufrückte und dann nicht im entsprechenden Tempo zurücklief. So musste Anna aus dem Zentrum rücken und konnte der gegnerischen Spielerin im Strafraum an der Grundlinie links des Tores den Ball abnehmen. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen nahm ihr unsere nachrückende Außenverteidigerin den Ball vom Fuß, verlor diesen daraufhin an die Schmöcke-Kapitänin. Da Anna nun im Zentrum fehlte, konnte sie den Ball in die Mitte passen und fand eine dankbare Abnehmerin in der Spielerin mit der Nummer 17, die das Leder erneut einfach nur über die Linie zu schieben brauchte. Somit stand es 3:3. Das Fehlen wichtiger Stammkräfte, die das Spiel auch mal beruhigen können und mit Übersicht und Kreativität für Entlastung sorgen, war im heutigen Spiel deutlich zu spüren. Besonders in der zweiten Halbzeit, in der manche wahrscheinlich dachten, das Spiel sei bereits in trockenen Tüchern und man brache sich ja nun nicht mehr so sehr anstrengen. Das Spiel drohte zu kippen und das wäre es beinahe auch, als unserer Torhüterin beim Abfangversuch einer Flanke in den Strafraum, der Ball durch die Beine sprang und gerade noch so vor einer einschussbereiten Gegnerin geklärt werden konnte. An ruhiges, korrigierendes Coaching war nicht mehr zu denken, da sich hier mittlerweile ein grober Schnitzer an den anderen reihte. Ungewohnt für die Mädels. Sind wir es doch, die in fast allen bisherigen Partien das Spielgeschehen kontrollierten. Eine Minute vor Ende der Partie bekamen wir auf unserer rechten Seite ca. 10 Meter vor dem gegnerischen Strafraum einen Freistoß zugesprochen. Das Bein der Verteidigerin von Schmöckwitz war zu hoch. Also, vertretbar. Celine sollte sich um die Standards kümmern. Das tat sie dann auch. Die Entfernung betrug etwas mehr als 25 Meter und der hart getretene Ball flog in einer flachen Flugkurve Richtung Schmöcke-Tor. Die Torhüterin versuchte rund 3 Meter vor dem Tor das Geschoss abzuwehren, berührte den Ball auch, klatschte diesen aber über sich. Dahinter startete bereits Sophia. Doch sie musste nicht mehr eingreifen. Der Ball senkte sich ins Tor. Die erneute Führung zum 4:3. Jubel, Erleichterung bei allen. Kurz danach wurde abgepfiffen.

  

Trotz kapitaler Fehler und einer nicht aufgeben wollenden Schmöckwitzer Truppe haben wir den Sieg heute dennoch verdient und uns die wichtigen 3 Punkte gesichert. Die Mannschaft hat in der ersten Halbzeit gezeigt, dass auch das Fehlen sonst gesetzter Spielerinnen kompensiert werden kann und wir sehr ansehnlichen und erfolgreichen Fußball spielen können. Eine derartige Dramatik muss aber auch nicht jeden Spieltag sein. Am kommenden Wochenende haben wir (erneut) spielfrei und dann zwei schwere Spiele vor uns. Eine Auswärtspartie gegen unsere Freunde von Berolina Mitte und darauf dann das Heimspiel gegen die momentanen Tabellenführer L47. Gegen beide Mannschaften dürfen wir so eklatante Schwächen wie im heutigen Spiel nicht zeigen.