SFC Stern 1900 gg. BW Hohen Neuendorf --> 1:4
 
 
 
Trotz hochkarätiger Chancen mussten wir uns (leider mal wieder) auf heimischem Platz geschlagen geben. Das Ergebnis klingt allerdings deutlicher, als der Spielverlauf wirklich war. 
 
 
Wir mussten das erste Spiel der Rückrunde ohne unsere Stammtorhüterin, Abwehrchefin, Torjägerin und Spielmacherin/Kapitänin bestreiten. Das sind nun ausgerechnet die Spielertypen, die auf dem Platz auch mal den Mund aufmachen und das Team zusammen halten. Aber so konnten "die Anderen" mal zeigen, dass sie es auch ohne die tonangebenden Spielerinnen können. Wir starteten eigentlich gar nicht schlecht in die Partie, auch wenn unsere Passquote erschreckend schlecht war, gerade im Angriffsdrittel lief da überhaupt nichts zusammen. Jedoch hatten wir die erste Torchance... und die war gleich eine "Hundertprozentige". Eine starke Einzelaktion durch Debi, die sich im Mittelfeld gut durchsetzte und sich den Ball, wenn auch etwas glücklich, gut zehn Meter vorlegte, durchbrach damit die Verteidigungslinie der Hohen-Neuendorfer und preschte alleine auf das Tor zu. Die Verteidigung folgte ihr zwar, allerdings in einem vollkommen ungefährlichen Abstand. Das musste die Führung sein... dachten alle. Denn der Torabschluss wurde aus unerfindlichen Gründen völlig überhastet 2 Meter VOR dem Strafraum gesucht, obwohl man noch gut ein paar Meter hätte weiter laufen können. Die Torhüterin klebte förmlich im 5-Meter-Raum. Der Ball ging somit gute 10 Meter neben das Tor. Das muss konzentrierter und ruhiger gespielt werden. 
 
Jetzt war HN auch wach und trotz unserer Mahnung, besonders auf die Außen zu achten, machten die Angreiferinnen zunehmend über diese Postionen Druck. Und so kam es wie es kommen musste... Ein kluger Pass nach rechts Außen und die Angreiferin ließ alle stehen und verwandelte mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zum 0:1. Jetzt war nur noch HN am Drücker und wir ließen es zu. Da bei einigen Spielerinnen die läuferische Einstellung nur den Weg nach vorne vorsieht, aber das Umschalten in die Defensive total vernachlässigt, machten wir es dem Gegner leicht sich durchs Mittelfeld zu kombinieren und die Außen einzusetzen und so kam es dann auch zum 0:2. HN kam wieder über rechts bis in den Strafraum, passte dann quer auf den zweiten Pfosten, Nora nutzte leider den rechten Fuß und klärte so zum Tor hin, schoss unsere Torhüterin Amélie an, der Ball prallte zurück auf die lauernde Angreiferin und die brauchte nur einzuschieben. Krasser Abwehrfehler und Amélie im Tor war absolut chancenlos. Aber der eigentliche Fehler passierte hier mal wieder im vorderen Mittelfeld. Man versuchte sich gegen 3 Verteidiger durchzusetzen, anstatt den einfachen Doppelpass zu suchen, verlor den Ball, das Mittelfeld machte auch keine Anstalten in die Defensive zu gehen, sondern blieb einfach stehen und so hatte HN keine Probleme ungestört das Tor vorzubereiten. Die Verteidigung rackerte sich (wie in jedem Spiel) ab, während sich die Offensive eine Auszeit gönnt und das Spiel beobachtete. So ging es dann auch in die Pause.
 
Nach einer beherzten Pausenansprache gingen wir entschlossener in die zweite Halbzeit... Die Mädels waren sich ihrer Fehler der ersten Halbzeit bewusst und spielten stärker. Vor allem im Zweikampf wurde weniger abgewartet und "begleitet", sondern direkt gegen Ball und Gegner agiert, was uns zunehmend mehr Spielanteile verschaffte. So erarbeiteten wir uns konsequent Chancen, die teilweise haarscharf am Anschlusstreffer dran waren. Jedoch war der läuferische Aufwand einiger Spielerinnen nicht ausreichend genug, um das Tempo mitzugehen. So kam es dann auch schnell zum 0:3, durch einen Fehler unserer Torhüterin, die den Ball im Nachfassen verlor und dieser direkt bei einer Spielerin von HN landete, die nur einzuschieben brauchte. Was allerdings dazu führte war wieder einmal ein verhinderbarer Ballverlust im offensiven Mittelfeld und das anschließend fehlende Umschaltverhalten. Das 0:4 fiel, ähnlich dem zweiten Gegentor, durch einen Querpass von Außen durch den Strafraum, der nicht geklärt werden konnte und den die Stürmerin am langen Pfosten nur einzuschieben brauchte. Ja, kann alles passieren. Dazu gehört einiges an Erfahrung Querpässe im Strafraum durch gutes Stellungsspiel abzufangen und vom Tor weg zu klären. Da unser Team zur Hälfte aus 2005er besteht, kann man darüber hinwegsehen und dem Spielverlauf, der sich in der zweiten Halbzeit doch deutlich von der schlechten ersten Hälfte abhob, durchaus Positives abgewinnen. Aber es war nicht der entscheidene Punkt, warum wir uns 4 Gegentore gefangen haben. Sondern die läuferische Komponente und der Eigensinn in vielen Aktionen waren die entscheidenen Defizite. Gerade das 0:4 fiel in unserer stärksten Spielphase, in der wir zunehmend am Strafraum des Gegners agierten und uns Torabschlüsse erspielten.
 
Schließlich gelang uns nach einigen Torchancen im Minutentakt noch ein Ehrentor. Debi setzte im Mittelfeld entscheidend nach, eroberte sich den Ball, drang in den Strafraum ein und spitzelte den Ball mit dem langen Bein an der herauseilenden Torhüterin vorbei. Gut durchgesetzt, aber bezeichnend für (fast) den gesamten Spielverlauf: wieder durch eine Einzelaktion. Ein Ergebnis von 1:4 auf heimischem Platz in einem Spiel, dass man trotz der Ausfälle starker Spielerinnen hätte ausgeglichener gestalten können, ist nur schwer akzeptierbar. Das kann nicht unser Anspruch sein. Es war sicher eins der schwächsten Spiele, jedoch mit einer ersichtlichen Steigerung im letzten Drittel des Spiels. Und daran sollten wir anknüpfen und versuchen dies zukünftig von Anfang an umzusetzen.