Sachverhalt gekürzt: 1. Herren Spandauer Kickers – Stern 1900 im AOK Landes-Pokal des BFV
 Nach 120 Minuten: 1:1, beim Stand von 6:5 im Elfmeterschießen (EMS) für Spaki hält der Spaki-TW den 6. Schuss von Stern regelwidrig. Der SRA zeigt dies auch sofort an. Der SR schaut aus unerfindlichen Gründen nicht zum auf der Torauslinie stehenden SRA und beendet das EMS mit erst auf einem Privatvideo hörbaren zwei Pfiffen ab, ohne das jemand auf dem Platz das mit bekam, denn selbst die beiden SRA und die beiden geladenen Trainer und Mannschaftsführer bestätigen das übereinstimmend, der Pfiff wurde nicht wahrgenommen. Dann signalisiert der SRA zusätzlich mit einem elektronischen Signalgeber den SR, der aber im selben Augenblick schon pfeift und gleichzeitig aber auch das Signal seines SRA erhält, wie er aussagt. Zu spät nach Auffassung des Verbandsgerichtes (VG).Unmittelbar nach dem Pfiff ging der SRA zum SR und berichtete ihm von dem regelwidrigen und zu früher nach vorne bewegenden Spaki-TW. Der SR lässt den 6. Elfmeter von Stern wiederholen und Stern gewinnt letztlich 7:8 das EMS.
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Original-Fassung FIFA-Regel 5- 2018/2019 vom 01.06.2018: Entscheidungen des SR (Seite 65 im FIFA-Regelwerk):

"1 Absatz: Der Schiedsrichter entscheidet nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne der Spielregeln undim „Geist des Fussballs“. Er trifft die Entscheidungen basierend auf seiner Einschätzung und hat die Ermessenskompetenz,die angemessenen Massnahmen im Rahmen der Spielregeln durchzusetzen.
 
2. Absatz: Die Entscheidungen des Schiedsrichters zu Tatsachen im Zusammenhang mit dem Spiel sind endgültig. Dazu gehören auch die Entscheidung auf „Tor“ oder „Kein Tor“ und das Ergebnis des Spiels. Die Entscheidungen des Schiedsrichters und aller anderen Spieloffiziellen sind stets zu respektieren.

3. Absatz: Wenn das Spiel fortgesetzt wurde oder der Schiedsrichter die erste oder zweite Halbzeit(einschliesslich Verlängerung) beendet und das Spielfeld verlassen oder das Spiel abgebrochen hat, darf der Schiedsrichter eine Entscheidung nicht ändern, wenn er feststellt, dass diese nicht korrekt ist odervon einem anderen Spieloffiziellen einen Hinweis erhalten hat. Bei Unpässlichkeit des Schiedsrichters darf das Spiel unter der Leitung eines anderen Spieloffiziellen fortgesetzt werden, bis der Ball aus dem Spiel ist."


Die FIFA-Änderung des Wortes „beendet“ zum Wort „abgebrochen“ wurde für alle nachlesbar in der FIFA-Fassung vom 01.06.2018 durch die FIFA geändert und mit den aktuellen Regeln 2018/2019 veröffentlicht (Seite 134) und vom DFB - aus bisher nicht geklärten Gründen - ignoriert, jedenfalls bisher NICHT in Regel 5 Ziffer 2 umgesetzt.


Original-Veröffentlichung von der FIFA am 01.06.2018 auf Seite 134 zur Änderung der Regel 05:
„Korrektur der Übersetzung des Wortes von "beendet" zu "abgebrochen" (engl. "terminated") - s. Seite 65. Diese Änderung ist im Folgenden nicht weiter aufgeführt.“

Hierum geht es. Das Berliner Verbandsgericht (VG) meint letztendlich: „Zu Recht hat der DFB das nicht umgesetzt“, weil die FIFA-Übersetzung von „terminated“ falsch sei und an anderer Stelle im Regelwerk eine andere Begriflichkeit gewählt wurde“. Man setzt sich dann einfach mal so darüber hinweg! Ob dies die FIFA auch so sehen wird, bleibt abzuwarten und auch, ob die DFB-Fassung von der FIFA überhaupt genehmigt wurde. Der DFB-Lehrwart (Herr Wagner) hat sich – trotz Nachfragen von Herrn Wehling vor gut 2 Wochen, nicht gemeldet.

Originalabdruck: S.19 Spielregeln 2018/19 | Anmerkungen der FIFA zu seinen Spielregeln:
„Offizielle Sprachen: Der IFAB veröffentlicht die Spielregeln in Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. Unterscheiden sich die Versionen im Wortlaut (Stern-Anmerkung: untereinander), ist der englische Text massgebend. Andere Sprachen: Nationale Fussballverbände, die die Spielregeln übersetzen lassen, erhalten vom IFAB die Layout-Vorlage für die Ausgabe 2018/19 der Spielregeln über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Nationale Fussballverbände, die mithilfe dieses Formats eine übersetzte Version der Spielregeln erstellen,sind eingeladen, eine Kopie (mit klarem Hinweis auf der Titelseite, dass es sich hierbei um die offizielle Übersetzung des Verbands handelt) an den IFAB zu senden, damit diese für die Nutzung durch Dritte auf der IFAB-Webseite veröffentlicht werden kann."
 
1. Anmerkung:
Das VG meint, dass zwar beide Begrifflichkeiten hier möglich sind, sieht aber letztlich das Wort "beenden" als richtiger an.... und weitet damit den Rahmen der nicht mehr zu korrigierenden SR-Entscheidungen so weit aus, dass es den letzten SR-Pfiff nach dem EMS als Beendigung des Spiels/EMS ansieht, und fesstellt: Der SR durfte seine Entscheidung "Abpfiff" als Tatsachenentscheidung nicht mehr korrigieren. Das zeigt eine Ignoranz gegenüber der sachlich richtigen SR-Entscheindung und eine Ignoranz gegenüber den höherrangigen FIFA-Regeln. Warum hier und in diesem Fall? Das EMS gehört nach unserer Rechtsauffassung nicht mehr zum Spiel und ist nur noch eine nach dem Spiel stattfindende "gesonderte Maßnahme", um den Sieger (nach dem regulären Spiel) zu ermitteln, weil dies im Pokalwettbewerb so in Berlin geregelt ist. Das belegen auch viele Passagen im unübersichtlichen DFB-Regelwerk und in den DFB-Erläuterungen. Die FIFA und der Berliner Schiedsrichterausschuss sehen das genauso, das Berliner Verbandsgericht nicht. Wir fanden es gut und richtig, dass der  SR-Ausschuss den SR-Fehler analysiert hat und feststellte, dass der SR vor der Beendigung des EMS unbedingt mit dem SRA/Torrichter Blickkontakt hätte aufnehmen müssen, weil der SR den Moment der Ballberührung durch den Schützen nicht zeitgleich auch noch ein regelwidriges Verhalten des TW auf der Torlinie feststellen konnte - deshalb gibt es die Aufgabenverteilung der drei Spieloffiziellen beim EMS (analog wie beim Strafstoß). Das ist hier für einige Sekunden, wegen der Jubelszenen und einem lauten Umfeld, verzögert worden.
 
Worum geht es letztlich im Sport und hier auf dem Fußballplatz? Es geht um die richtige SR-Entscheidung und es darum, dass der SR die Möglichkeit eingeräumt bekommen muss,  seine zunächst irrtümliche/zu schnell getroffene "Apfiff"-Entscheidung (1. Tatsachenentscheidung) durch eine gleichrangige neue Tatsachenentscheidung zu ersetzen, um damit wie hier im Fall zu Recht die Wiederaufnahme des EMS  anzuordnen - das muss möglich sein - unabhängig von der Bewertung, ob das EMS zum Spiel gehört. Ein irrtümlicher Pfiff unterbricht das EMS oder auch das reguläre Spiel nicht, der Pfiff bedeutet auch keine Endgültigkeit - der SR muss seine zunächst falsche Tatsachenentscheidung an Ort und Stelle und unverzüglich verändern dürfen. Eine diesbezügliche Frage des VG an den SR-Ausschuss wirkte etwas Fußballfern und doch sehr weit weg vom Sportgeschehen und stärkte auf gar keinen Fall die Arbeit der SR auf dem Platz.  


Original-Fassung DFB-Regel 5 – im Regelheft  2018/2019:  Entscheidungen des SR (auf Seite 34)

„3. Absatz: "Wenn das Spiel fortgesetzt wurde oder der Schiedsrichter die erste oder zweite Halbzeit (einschliesslich Nachspielzeit) beendet und das Spielfeld verlassen oder das Spiel beendet hat, darf der Schiedsrichter eine Entscheidung nicht ändern, wenn er feststellt, dass diese nicht korrekt ist oder von einem
anderen Spieloffiziellen einen Hinweis erhalten hat“.

 

2. Anmerkung:

Der SR hat gar nicht das Spiel beendet, sondern ein EMS und hier ist nach den FIFA/DFB-Anweisungen und des Berliner Schiedsrichterausschuss-Vors. übereinstimmend kein Pfiff notwendig und auch nicht vorgesehen. Der Pfiff des SR hatte also gar keine rechtliche Wirkung, er ist damit auch unwirksam. Das von uns im Schritsatz vom 28.11.2018 ins Verfahren eingebrachte "Petersen-Freiburg-Urteil des DFB-Bundesgerichtes vom 09.04.2018 wurde abgetan mit: "Das ist ein anderer Fall und zivilrechtlich begründet...". Eine weitere Einlassung oder Diskussion fand dazu nicht statt.

Verhandlungschronik vom 29.11.2018 und erste Bewertung - ohne dass das schriftliche Urteil vorliegt:
Der BFV-VG-Vorsitzende Herr v. Keitz und sein Vize Herr Brüggemann luden zur Verhandlung am 29.11.2018 um 19:30 Uhr in die BFV-GSt ein. Mit 10münitiger Verspätung wurde Einlass gewährt. Das VG saß schon in einem wenig beleuchteten großen Raum "mit großem Besteck - gleich fünf VG-Richter waren zugegen und lehnten um 21.40 Uhr unsere Berufung ab - nach einem merkwürdigen und so bisher nicht gekannten Verfahrensablauf und mit einer überhaupt nicht überzeugenden Begründung: „Nach Ansicht - zumindest dieses Gerichtes" - wurde ausgeführt, "kommen wir zu dem Ergebnis, dass das englische Wort "Terminated", so wie es in der DFB-Fußballregelfassung Nr. 5 Ziffer 2 steht "mit Spiel beenden" richtig vom DFB in Regel 5 ziffer 2 übersetzt wurde und verwies auf einen Fachmann im VG. Die FIFA-Fassung mit den Worten:  "das Spiel abbrechen" wurde nicht akzeptiert...es sei hier nicht anzuwenden".

Das VG maßt sich an, es besser zu wissen - "im Sinne des Sports"? Im Ergebnis egal sagt der VG-Richter. Nach dem getreuen Motto: Was interessieren uns in Berlin die FIFA-Regeln/Übersetzungen aus der Schweiz? Eigentlich gilt immer höheres Recht, was bei anderen VG-Urteilen auch angewendet wurde. Die Anwendung von FIFA-Recht für den BFV wurde erst am 18.11.2017 in die BFV-Satzung vom BFV-Vizepräsidenten, Herrn Pufahl, aufgenommen, "weil die Anwendung höherem Rechts eigentlich klar ist – aber trotzdem das noch einmal deutlich in die BFV-Satzung aufgenommen werden - so war die Begründung des Hr. Pufahl auf dem BFV-Verbandstag am 18.11.2017“. Nur mal am Rande: Spaki-Vorsitzender ist Herr Pufahl….

Man spürte es von Anfang an – Stern hatte bei dem BFV-VG keine echte Chance und so war dann auch der Verfahrensablauf. Die wenigen Nachfragen und nur von Herrn Brüggemann und kleine Gesten anderer zeigten uns, dass die Ablehnung schon vor der Verhandlung feststand. Die FIFA hatte das englische Wort "termnated“ aktuell und vor der Saison 2018/2019 zum 01.06.2018 bei der Übersetzung ins Deutsche geändert -
der DFB noch nicht. Warum war bisher nicht zu klären. Das VG wollte scheinbar auch nicht solange warten, bis sich der DFB dazu äußert - auch so eine merkwürdige Verhaltensweise des VG - alles bloß schnell beenden"? Für die FIFA muss es gute Gründe gegeben haben, das deutsche Wort "beenden" auszutauschen mit dem Wort "abbrechen" zu tauschen. Die Stern-Rechtsauffassung, wonach das EMS nicht mehr zum Spiel gehört, wurde von uns u.a. mit der Regel 10 und einer Veröffentlichung der FIFA belegt, wo expliziert steht: „Das Elfmeterschießen gehört nicht zum Spiel“. Nach Auffassung des VG ist es egal, ob das EMS noch zum Spiel gehört oder nicht - was für eine Wendung zur Regel 10 des Herrn Brüggemann spricht. Noch in seinem seinem VG-Urteil aus dem Jahr 2017 deckte er die Widersprüche in Regel 10 auf und es war erkennbar, dass er ebenfalls, davon ausgeht, dass das EMS wohl eher nicht zum Spiel gehört udn hatte deshalb das EMS isoliert neu angesetzt. Ohne diese "Fiktio" gäbe es den von ihm unterstellten Ermessenspielraum des VG zum isolierten EMS nämlich nicht. Diese Einschätzung von Hr. Brüggemann bekundete auch Herr Wehling vom BFV-SR-Ausschuss, der das Urteil kannte. Herr Brüggemann musste offenbar heute widersprechen. Wir schreiben immer nur von Herrn Brüggemann..., aber es war auffallend, dass von den 5 VG-Richtern nur er vortrug und nur er allein fragte. Wir mussten nun ganz plötzlich den Raum verlassen, "weil sich das VG beraten wollte". Eigentlich dachten wir und andere, dass es notwendig wird, das der SR noch einmal geladen wird und die Sitzung abgebrochen wird, weil der SR zur Sitzung am 29.11.2018 entschuldigt fehlte. Aber weit gefehlt. Nach 20 Minuten wurden wir wieder reingerufen und es fand ein "Erörterungsrechtsgespräch" statt, indem das VG vorab seine Entschediung/Meinung zum Fall den Parteien mitteilte.
 
Herr Brüggemann bedauerte zwar mit blumigen Worten die sportliche Ungerechtigkeit, die Stern 1900 ohne eigenes Tun oder Lassen "zu Teil wurde" und ging auf das unfaire Verhalten von Spaki ein und bat Spaki, "darüber nach zu denken, "ob Spaki den Einspruch zurückzieht", denn nur dann könnte es eine sportlich Befriedung geben - was Spaki natürlich nicht tat. Auch nach nochmaliger Ermunterung "Fair-Play“ und den Sportgeist walten zu lassen lehnte der Spaki-Schatzmeister Rathenow und Spaki-GF Pagels ab: Dies würde Herr Fiedler auch nicht machen". Spaki erklärte, unter Ausnutzung aller Rechtsmittel, trotz eines regelwidrigen Verhaltens seines TW während des EMS und trotz der sofortigen Korrektur des SR auf dem Platz in die nächste(n) Pokal- Runde(n) einziehen zu wollen und freute sich darüber „diebisch“ - aus sportlichen Gründen: unerträglich und einfach nur unanständig, das muss man dem Spaki-Vors. Pufahl auch mal schreiben: Es genügt nicht, immer und immer wieder auf den Verbandstagen und Klassentagungen andere Vereinsvertreter als BFV-Präsidiumsmitglied zum Fairplay aufzufordern und entsprechend zu belehren, wenn man selbst als Vereinsvorsitzender im Glashaus sitzt und im Augenblick, wo sportlicher Sportgeist, Anstand und Fairness gefragt sind, so jämmerlich zu versagen, nur um im Landespokal, aus finanziellen Gründen (?) weiter kommen zu können. Beide Spaki-Vertreter nickten, als das Herr Brüggemann feststellte. Wir widersprachen. Den AOK-Pokal wird weder Spaki noch Stern gewinnen, insofern wurde und wird hier sehr viel Porzellan ohne Not kaputt gehen. Die nächsten Pokalgegner heißen übrigens Weißenseer FC und SC Staaken schon ab 15.12.2018!
Beide Parteien, die FuWo und die Verbandsvertreter Gärtner und Wehlng wurden zur Vorbereitung auf die Urteilsbegründung dann noch einmal aufgefordert, den Raum zu verlassen - schon nach 10 Minuten wurden alle wieder reingeholt. Es sollte nun alles schnell gehen.

Der BFV-Spielausschuss wird die Pokalspiele ansetzen. Wir sind damit natürlich NICHT zufrieden und auch nicht einverstanden.


Zur freundlichen Gesinnung des VG gegenüber Stern/Fiedler gehörte dann noch ein Detail, das verkündigt wurde: "BFV-Verfahrenskosten werden in Höhe von 80 plus Berungsgebühr erhoben", obwohl der Verursacher der BFV selbst war, bzw. einer seiner SR. Auch eine mögliche Revision beim DFB-Bundesgericht schloss Herr Brüggemann kategorisch aus. Probleme mit einer Überprüfung des Urteils? Allein diese unmissverständliche klare Haltung und Willensbekundung zeigt, dass sich das VG entweder für unfehlbar hält oder auch anderes. Wir werden sehen, wie es weitergeht, wenn das schriftliche VG-Urteil vorliegt. Herr Brüggemann sagte dann noch: „da bleibt nur noch der Weg zum Zivilgericht und die Zivilgerichte erkennen die Verbandsautonomie an"  – auch hier haben Sie keine Chance“. Das macht doch Mut! Mal sehen was die FIFA und das LG dazu sagen werden. Nach dem Fiasko auf dem Verbandstag am 18.11.2017 und dem Einspruch von Spaki wird ein „neues Kapitel für den BFV und Herrn Pufahl aufgeschlagen“.

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