Punktgewinn mit Beigeschmack – Stern trotzt dem Spitzenreiter ein 2:2 ab

Der SFC Stern 1900 hat sich beim Tabellenführer Füchse Berlin am Freitag eindrucksvoll zurückgemeldet. Trotz sportlicher Unruhe in den vergangenen Wochen, zwei Unentschieden in Serie und eines erneuten Rückschlags durch eine Gelb-Rote Karte, erkämpften die Steglitzer ein 2:2, das mehr aussagt als nur einen Punkt: Von einem Leistungsunterschied war über 90 Minuten nichts zu sehen.

Flo Medrane nimmt Maß, gleich schlägt der Ball zum 1:1 ein.

Die Partie begann kontrolliert, ohne klare Chancen auf beiden Seiten. Die Füchse nutzten dann aber den ersten Moment – und wie. In der 37. Minute fasste sich Cengizhan Haney ein Herz und jagte den Ball aus der Distanz sehenswert in den Winkel. Für Sterns Torhüter Boyo Dickersbach gab es dabei nichts zu halten.

Nach dem Seitenwechsel trat Stern mutiger auf. Der Ausgleich fiel folgerichtig: Jordi Thurau verlagerte das Spiel in der 52. Minute mustergültig von links auf die rechte Seite, wo Florian Medrane in klassischer Robben-Manier nach innen zog und den Ball mit dem linken Fuß ins lange Eck schlenzte – ein Bilderbuchtreffer.

Zeit für Nackenschläge braucht niemand, für Stern begann sie dennoch. Zunächst stellte Emre Aslan die Führung der Hausherren in der 67. Minute wieder her. Nur 60 Sekunden später musste Sterns Innenverteidiger Jule Hartmann unter die Dusche. Die Gelb-Rote Karte nach einem Luftduell sorgte für heftigen Protest. „Das kann man auf keinen Fall geben“, sagte Interimstrainer Andi Thurau später. „In der ersten Halbzeit – geschenkt. Aber bei der zweiten Szene springen beide hoch, Jule ist fast noch eher am Ball.“

Trotz Unterzahl gab Stern nicht auf. Und wurden belohnt. In der fünften Minute der Nachspielzeit schlug Medrane erneut einen Ball per Freistoß aus dem Halbfeld, Pete Jobe – erst in der 90. Minute eingewechselt – traf per Kopf zum Ausgleich. Eine späte Pointe eines packendes Spiel, die Thurau bewusst herbeigeführt hatte: „Er ist kopfballstark, deswegen habe ich ihn gebracht. Er hat gezeigt, dass er der Mannschaft helfen kann.“

Thurau sprach anschließend von einer starken Mentalität seiner Mannschaft, die inhaltliche Vorgaben verinnerlicht und umgesetzt habe. „Das war ein toller Auftritt dieser Mannschaft. Dass wir hier mit dem letzten Aufgebot dem Tabellenführer Paroli bieten konnten, sagt alles.“ Vollends zufrieden war er dennoch nicht. „Ohne Platzverweis wäre hier mehr drin gewesen“, sagte er mit Blick auf die Schlussphase. Noch mehr wurmte ihn allerdings das Remis der Vorwoche gegen Polar Pinguin. „Das darf uns nicht passieren.“

Der Weg passt!

Trotz verpasster Siegesserie bleibt Sterns Zwischenbilanz der Interims-Ära bemerkenswert: Die Mannschaft zeigt, dass sie oben mithalten kann – auch beim aktuell besten Team der Liga. Der Punkt gegen die Füchse wirkt deshalb weniger wie ein Achtungserfolg als vielmehr wie ein Fingerzeig, dass in Steglitz wieder Struktur, Zusammenhalt und Konkurrenzfähigkeit eingekehrt sind.


Fotos: Ralf Seedorff

Nach oben scrollen