Der SFC Stern 1900 hat sich am Sonntag mit einem 3:1-Erfolg beim Berliner SC für die nächste Runde im Cosy Wasch-Landespokal qualifiziert. Nach dem torlosen Ligaduell vor einer Woche zeigten die Steglitzer diesmal eine starke Reaktion: spielerisch überzeugend, kämpferisch präsent – und vor dem Tor konsequenter.

„Wir hatten heute eine fast komplett veränderte Elf auf dem Platz“, berichtete Kapitän Flo Medrane. „Viele Stammkräfte waren im Urlaub. Aber vielleicht war das sogar ein Vorteil – BSC hat nicht schlecht geguckt, als sie plötzlich ein ganz anderes Team gegenüber hatten.“
Frühe Chancen, verdient in Führung
Von Beginn an war Stern gefährlich. Colin Drost vergab aus kurzer Distanz, Ibo Keita schoss aus fünf Metern über das Tor – „das waren zwei hundertprozentige Chancen“, so Medrane. Dann aber der Lohn für den mutigen Auftritt: Nach einem langen Ball von Keeper Bojo Dickersbach machte Keita stark den Ball fest, legte ab auf Medrane, der Mert Torun steil schickte. Der blieb cool, legte quer – und Keita vollendete zum 1:0 (25.).
Trainer Kai Brandt war hochzufrieden: „In der ersten Halbzeit müssen wir eigentlich schon 4:1 oder 5:1 führen, gehen aber nur mit einem knappen 1:0 in die Kabine.“

Nach Wiederbeginn das gleiche Bild. Ein scharf hereingezogener Freistoß von Medrane rauschte in den Strafraum, wo Innenverteidiger Alegie Jobe am zweiten Pfosten einflog und zum 2:0 einköpfte. „Der Freistoß kam mit gefühlt 100 km/h rein, und er hat einfach die Birne reingehalten“, schilderte Medrane.

Doch die Gastgeber gaben nicht auf. Nach einer kurzen Schwächephase und einigen Wechseln kam der BSC über die Flügel besser ins Spiel und nutzte eine seiner Chancen zum 1:2-Anschluss. „Dann wurde es halt nochmal enger“, so Brandt, „aber wir haben sie nicht mehr reingelassen.“
Wobeser bereitet vor, Jouini entscheidet
Die Schlussoffensive gehörte wieder Stern. Jordan Thurau hatte das 3:1 auf dem Fuß, scheiterte aber freistehend. Auf der Gegenseite vergab BSC den Ausgleich aus aussichtsreicher Position. Dann die Entscheidung: Joker Nico Wobeser setzte sich unwiderstehlich auf dem Flügel durch, ließ zwei Gegenspieler stehen und flankte scharf in die Mitte – Nizar Jouini hielt den Fuß hin und machte alles klar. 3:1. „Absolut verdientes Weiterkommen, kämpferisch eine großartige Leistung“, lobte Brandt. „Wir freuen uns aufs nächste Los.“

Der SFC Stern 1900 präsentierte sich im Pokalfight reifer und abgezockter als noch vor einer Woche – und steht hochverdient in der dritten Runde des Cosy Wasch-Landespokals. Für Medrane war der Sieg auch ein Signal nach innen: „Die Haudegen waren im Urlaub – aber sie wurden mehr als gut vertreten. Das spricht für unsere Kaderbreite.“ Auf Trainer Brandt dürfte in den kommenden Wochen ein interessanten Personalpuzzle warten, wenn die Stammspieler zurückkehren.
Fotos: Ralf Seedorff
