Nach schwacher erster Hälfte steigern sich die Steglitzer deutlich und belohnen sich durch Treffer von Hamid Sen und Oliver Gantzberg.
Der SFC Stern 1900 hat in der Berlin-Liga der Männer einen Rückstand gedreht und sich gegen den SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf mit 2:1 (0:1) durchgesetzt. Was lange nach einem zähen Nachmittag aussah, wurde am Ende zu einem hart erarbeiteten Heimsieg.

Über die erste Halbzeit lässt sich aus Sterner Sicht tatsächlich weitgehend der Mantel des Schweigens legen. Die Gastgeber wirkten fahrig, unkonzentriert und fanden kaum in ihren Rhythmus. Ohne selbst zu glänzen, war Hohen Neuendorf dadurch optisch überlegen und kam folgerichtig zur Führung.
Die Führung für die Gäste war logisch
Bereits zuvor hatte Tim Niederau mit einem Distanzschuss die Stabilität des Sterner Aluminiumgehäuses getestet, als er den Ball aus der Distanz wuchtig an die Latte setzte. Kurz darauf fiel dann das 0:1. Ein Angriff über die linke Seite brachte die Defensive der Hausherren in Bedrängnis, ein Sterner Innenverteidiger kam einen Schritt zu spät. Der Angreifer legte quer auf Leandro Röttgen, der den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste (36.).

Die einzige nennenswerte Chance für Stern hatte Mik Dankou. Nach einem herausragenden langen Ball von Jule Hartmann nahm er den Ball ebenso stark mit, traf aus halbrechter Position jedoch nur das rechte Außennetz (42.).
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Stern deutlich aktiver. Trainer Yanik Schottelius reagierte und schob Tim Schönfuß-Hahm aus der letzten Reihe eine Linie nach vorne. Das Spiel der Gastgeber wurde dadurch druckvoller.

Die Wirkung zeigte sich schnell. In der 48. Minute verlagerte Stern das Spiel mit einem präzisen Pass von links auf die rechte Seite. Mik Dankou kam nach einem ersten missglückten Versuch erneut an den Ball, spitzelte ihn in den Rückraum, wo Hamid Sen technisch anspruchsvoll und stramm in die linke Ecke zum 1:1 traf.
Mit dem Ausgleich war Stern endgültig im Spiel. Die Gastgeber blieben am Drücker und wurden nur wenige Minuten später belohnt. In der 57. Minute trat Kapitän Luca Rohr eine scharfe Ecke, Oliver Gantzberg stieg am höchsten und köpfte zum 2:1 ein.
Die Schlussphase ist turbulent – zwei Platzverweise
Hohen Neuendorf gab sich jedoch nicht geschlagen. Die Gäste drängten in der Schlussphase auf den Ausgleich und kamen auch zu Möglichkeiten. Ein Angriff über die rechte Seite brachte den Ball ins Zentrum, doch der Abschluss blieb zu harmlos – kein Problem für Keeper Elias Fürstenau. Kurz darauf traf Tim Niederau erneut das Aluminium und setzte den Ball aus etwa Strafraumkanten-Distanz an den Pfosten.
Stern verpasste es, seine Konter konsequent auszuspielen, sodass die Partie bis in die Nachspielzeit offen blieb. Dort wurde es noch einmal turbulent: Nach einem langen Ball in den Steglitzer Torraum rannte Jean-Marc Soine Fürstenau rüde über den Haufen. Der Sterner Keeper reagierte mit einem heftigen Schubser und sah die Rote Karte, während Niederau mit Gelb-Rot vom Platz musste.
Am Ergebnis änderte das nichts mehr. Stern brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und sicherte sich nach einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang einen hart erkämpften, insgesamt aber nicht unverdienten Heimsieg.
Fotos: Ralf Seedorff
