Kapitän Florian Medrane und Oliver Gantzberg treffen gegen matt wirkende Gäste
Der SFC Stern 1900 hat sein 125-jähriges Vereinsjubiläum mit einem Heimsieg gekrönt. Vor stimmungsvoller Kulisse an der Schildhornstraße bezwang die Mannschaft von Trainer Kai Brandt den SC Staaken mit 2:1 (1:0). Verdient, aber am Ende wackeliger als nötig.

Die Gäste, nach dem Abstieg aus der Oberliga im Tabellenkeller, kamen mutig aus der Kabine. Schon in der zweiten Minute hätte Staakens Benjamin Stein fast getroffen, verzog aber nach einem Abwehrfehler. Auch nach einer halben Stunde war es wieder brandgefährlich, als Efraim Gakpeto einen wuchtigen Halbvolley knapp am Giebel vorbeisetzte.

Stern übernahm jedoch früh das Kommando. Immer wieder trieb Ibo Keita über die rechte Seite an, Flo Medrane prüfte den Gästekeeper mehrmals, Luca Rohr zwang ihn mit einem Distanzkracher zu einer Glanzparade. In der 36. Minute fiel schließlich das verdiente 1:0: Keita tankte sich rechts durch, Medrane verwertete seinen Querpass aus acht Metern – abgefälscht und unhaltbar.

Nach dem Seitenwechsel drängte Stern sofort aufs zweite Tor. Oliver Gantzberg köpfte nach einer Ecke noch zu zentral, kurz darauf vergab Medrane erneut aussichtsreich. In der 58. Minute war es dann soweit: Ein langer Ball landete über Umwege bei Keita, der mustergültig auf Gantzberg ablegte. Sterns Stürmer ging an einem Gegenspieler vorbei und zog mit links ab – eigentlich nicht unhaltbar, doch Staakens bis dahin bärenstarker Keeper Max Oberbach ließ die Kugel durch die Finger rutschen, und es stand 2:0.
Die Partie schien entschieden, doch Stern ließ nach, wurde zu passiv. Staaken meldete sich zunächst mit einem Freistoß nach einem vermeintlichen Foul von Nico Wobeser zurück, den Sterns Torhüter Bojo Dickersbach stark parierte. In der 84. Minute fiel der Anschlusstreffer: Über die rechte Seite kombiniert, servierte Nico Moretti das Spielgerät ins Zentrum, wo Ferris Freiwald den Ball flach einschob – nur noch 2:1.

In einer hektischen Schlussphase drückten die Gäste, doch Dickersbach blieb sicher und fing alles ab, was noch auf sein Tor kam. Nach 90 Minuten stand der Sieg fest – ein gelungener Jubiläumsauftritt, auch wenn Stern es spannender machte, als nötig gewesen wäre.

„Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Ein verdienter Sieg. Dass es zum Schluss noch einmal eng wird, haben wir uns selbst zuzuschreiben. Das hätte nicht sein müssn“, sagte Sterns Trainer Kai Brandt. Die beiden Torschützen waren sich einig: „Wir müssen nach einer Stunde dieses Spiel schon längst für uns entschieden haben.“ Und Innenverteidiger Jule Hartmann, der wie Außenverteidiger Leon Krost und Sechser Omar Hajjaj eine starke Leistung attestiert bekam, sagte: „Wir haben heute endlich mal das auf den Platz bekommen, was wir können. Von jetzt an geht es nach oben!“
Fotos: Matthias Vogel
