Im Nachholspiel der Berlin-Liga unterliegt der SFC Stern 1900 beim 1. FC Wilmersdorf mit 1:3 – auf einem streng genommen unbespielbaren Platz
Der SFC Stern 1900 ist am Mittwochabend mit einer Niederlage aus dem Volkspark Wilmersdorf zurückgekehrt. In der Berlin-Liga-Partie unterlagen die Steglitzer dem 1. FC Wilmersdorf trotz guter Phasen und zweier Aluminiumtreffer mit 1:3.
Die Partie war vor einigen Wochen wegen Vereisung und Verletzungsgefahr abgesagt worden – dieses Mal wurde sie unter den gleichen Voraussetzungen angepfiffen. Die Spieler rutschten wiederholt aus, brauchten ewig für einen Richtungswechsel, ruhiges Passspiel war fast nicht möglich. Bei der Beurteilung der Bespielbarkeit des Platzes im Volkspark Wilmersdorf wurde an den beiden Terminen zweifelsfrei mit zweierlei Maß gemessen. Dass Stern beim Nachholspiel nun sichtbar weniger Grip hatte als Wilmersdorf, steht auf einem anderen Blatt.

Sportlich legten die Steglitzer einen Start nach Maß hin. Bereits in der ersten Minute brachte Nicolas Fäßler die Gäste in Führung, nachdem er – völlig freistehend – im Strafraum angespielt worden war und sicher vollendete. Die Antwort der Gastgeber ließ allerdings nicht lange auf sich warten: In der vierten Minute wurde Serkan Akyol ebenso frei in der Box bedient wie zuvor Fäßler. Die Vollendung war Formsache, der Ausgleich folgerichtig.
Wilmersdorf blieb danach griffiger und drehte die Partie in der 21. Minute. Erneut stand Akyol im Mittelpunkt: Über die linke Seite setzte er sich gegen drei Sterner durch, brach bis auf die Grundlinie durch und passte präzise in den Rückraum. Dort musste Nii Bruce Weber nur noch den Fuß hinhalten – 2:1. Eine herausragende Einzelaktion, die das Spiel kippte.

In der Folge hatten die Gastgeber mehrfach die Chance, den Vorsprung auszubauen. Zwei Kopfbälle gingen über das Tor, ein weiterer Abschluss wurde unsauber vergeben. Stern konnte in dieser Phase froh sein, dass Wilmersdorf seine Konter nicht konsequent ausspielte. Kurz vor der Pause meldeten sich die Gäste offensiv zurück: Olli Gantzberg zirkelte einen Freistoß aus halbrechter Position an den Außenpfosten, die anschließende Ecke setzte Jule Hartmann per Kopf knapp daneben. Wenig später hatte Stern erneut Pech, als nach einem schönen Angriff über Eddie Udeoka auf der linken Seite Gantzbergs Direktabnahme abermals am Pfosten landete. Mit dem knappen 2:1 ging es in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel waren die Steglitzer sichtlich motiviert, die drohende Niederlage abzuwenden. Dem Sterner Spiel kam dabei die Einwechslung von Tim Schönfuß-Hahm an vorderster Front zu pass – weil er als einer wenigen relativ guten Halt hatte und Bälle festmachen konnte. In der 58. Minute war es aber Udeoka, der mit einer feinen Hereingabe den einlaufenden Mert Torun bediente, der den Ball in der Box gut annahm, aber am Torhüter scheiterte – es blieb bei einer Ecke. Auf der Gegenseite musste SFC-Keeper Bojo Dickersbach kurz darauf eingreifen, als Weber nach einem Konter frei durch war.
Die Entscheidung fiel schließlich in der 70. Minute. Weber vollendete einen schnellen Gegenstoß der Gastgeber. Nach vorbildlichem Tiefenlauf bekam er die Kugel von Apollo Döhl serviert, kreuzte vor seinem Gegenspieler, zog an Dickersbach vorbei und schob zum 3:1 ein.
Stern gab sich nicht auf und kam wenig später noch einmal zu einer Großchance: Nach Ballgewinn von Olli Gantzberg und Hereingabe von rechts nahm Tim Schönfuß-Hahm den Ball aus rund elf Metern stark an, bekam aber weder Präzision noch Dampf in seinen Abschluss. So blieb es beim 3:1 für Wilmersdorf. Für Stern war es ein Abend, an dem Einsatz und Chancen da waren, die Effizienz und das nötige Spielglück aber fehlten.
Fotos: Ralf Seedorff
