Heimauftakt gegen den unbequemen BSV Grün-Weiß Neukölln
Endlich rollt der Ball wieder: Am Sonntag um 11.45 Uhr eröffnen die Frauen des SFC Stern 1900 ihre Berlin-Liga-Saison – und das gleich mit einem echten Prüfstein. Zu Gast an der Schildhornstraße ist der BSV Grün-Weiß Neukölln, ein Gegner, der schon im vergangenen Jahr für Schlagzeilen sorgte. Bis zum Duell bei Stern führte Neukölln die Tabelle an, verlor dann und rutschte in der Folge ab.

Gästetrainer Helge Kapheim, sonst bekannt für offensiven Hurra-Fußball, dürfte diesmal vorsichtiger agieren. Mehr Defensive, längere Bälle – das ist wohl die Devise. Wichtig: Abwehrchefin Nadine König ist nach Verletzungspause zurück und verleiht der Defensive Stabilität. Offensiv kann Kapheim auf die Kaltschnäuzigkeit und das Tempo von Aylin-Kimberly Jüterbock setzen.

Doch Stern will das Heft in die Hand nehmen. Coach Roman Rießler fordert aggressives Anlaufen über 90 Minuten. „Wir wollen den Gegner stressen, ihn zu Fehlern zwingen und daraus Chancen kreieren“, sagt der 44-Jährige. Im Vergleich zum Vorjahr – da wurden die Steglitzerinnen Dritte – soll noch mehr Vertikalität ins Spiel. Luft holen? Das soll Neukölln gar nicht erst können.

Rießler schätzt die Neuköllnerinnen individuell stark ein: „Da haben sie uns schon etwas voraus.“ Spielerinnen wie Laura Lück seien absolute Ausnahmekönnerinnen, die man eindämmen müsse. Gleichzeitig glaubt der Trainer, dass Sterns mannschaftliche Geschlossenheit und die körperliche Physis den Unterschied machen können. Selbst wenn er zum Auftakt auf ein halbes Dutzend etablierter Kräfte verzichten muss, bleibt die Marschroute klar.

Neukölln ist und bleibt eine Wundertüte: Mit guter Fitness können sie jeden schlagen, das weiß auch Rießler. Für Spannung ist also gesorgt – und die Saison beginnt gleich mit einem Duell auf Augenhöhe.
