Vom Platz in der Sonne und dem dreifachen Olli

Mit einer Gala-Vorstellung haben Sterns Fußballer ihren Fans den Samstagnachmittag versüßt. Die Thurau-Elf schlug die VSG Altglienicke II unerwartet deutlich 5:1. Oliver Gantzberg traf dreimal ins Schwarze.

Andi Thurau hatte nach den beiden Unentschieden gegen Polar Pinguin (1:1) und Füchse Berlin (2:2) vor der Partie gegen die ambitionierte Regionalliga-Reserve von Altglienicke von seinen Schützlingen mehr Zielstrebigkeit, mehr Effizienz, mehr Lösungen im letzten Drittel eingefordert. Und die Mannschaft lieferte streng nach Wunschzettel – wie der Weihnachtsmann.

Dreifacher Torschütze: Oliver Gantzberg.

Als wüsste die Sonne vom bevorstehenden Auftritt der Sterner Fußballer, bahnte sie sich pünktlich zum Anpfiff ihren Weg durch die Wolkendecke und sorgte für perfektes Fußballwetter. Und nicht einmal drei Minuten waren auf dem Platz in der Sonne gespielt, als es bereits im Kasten der Gäste klingelte. Ali Shaarawy erhaschte einen zweiten Ball und bediente Marvin Özdal auf der rechten Seite. Der vernaschte auf dem Weg zur Grundlinie in der Box seinen Gegenspieler und legte auf den durchgelaufenen Initiator der Szene ab: 1:0 durch Shaarawy.

Gantzberg-Time: Sterns Nummer 20 verwandelte zehn Minuten später einen Elfmeter zum 2:0, kalt wie Hundeschnauze. Luca Rohr hatte im Angriffspressing gepunktet und den Ball für Jordi Thurau durchgesteckt, der dann im Strafraum strafstoßwürdig umgesäbelt wurde. Später schloss Gantzberg einen Konter mit links erfolgreich ab, Özdal war erneut als Kellner in Erscheinung getreten. Und als der eingewechselte Mik Dankou in der 72. Minute – wieder im Zuge des Sterner Umschaltspiels – uneigennützig aus halbrechter Position im 16er querlegte, machte der Stürmer den Hattrick light perfekt. Sein Abschluss klatschte vom Innenpfosten ins Glück.

Mehrere Hochkaräter blieben auf der Strecke

Auf dem Weg zu diesem 4:0 ließ Stern viele weitere Hochkaräter links liegen. Während der ersten Schicht unter anderem durch Colin Drost nach beherztem Vorwärtsverteidigen und Flo Medrane, in der zweiten Halbzeit durch Eddie Udeoka, Thurau (direkte Ecke) und Dankou. Nimmt man alles zusammen, konnte sich Thurau über mangelnde Zielstrebigkeit und die Torquote wahrlich nicht beschweren.

Altglienicke erarbeitete sich durch Stanley Cross noch den Ehrentreffer, bis dato erst der zweite vernünftige Abschluss der Gäste (76.). Den ersten, ein strammer Flachschuss aus der Distanz, fischte SFC-Keeper Boyo Dickersbach bravourös aus der rechten unteren Ecke (71.). Auf Vorlage von Nicolas Fäßler – mittlerweile im Spiel – fixierte Dankou schließlich den Endstand (78.).

Andi Thurau war hoch zufrieden, aber nicht überrascht: „Wir spielen seit Wochen so“, erklärte er die auffällig stimmige Balance seiner Elf zwischen aggressivem Angriffspressing und abwartendem Mittelfeldpressing, zuzüglich schnurstracks vorgetragenen Nadelstichen. „Auch gegen die Füchse, nur da haben wir unsere Chancen eben nicht genutzt.“ Dass die Mannschaft dieses Defizit sofort behoben hat, begeistert Thurau durchaus. „Der Fußball, den wir spielen wollen, kostet Kraft und erfordert Intelligenz. Die hat die Mannschaft. Und wenn man sieht, wie sie Dinge sofort umsetzt, dann macht das schon Spaß.“

Sterns Performance machte Lust auf mehr

In der Tabelle klettert Stern ein bisschen, der Abstand zum Platz an der Sonne bleibt aber der gleiche, auf die Füchse fehlen acht Punkte. Der Auftritt auf dem Platz in der Sonne nährt aber die Hoffnung, dass sich das bald ändern wird.


Fotos: Matthias Vogel

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