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13. Spieltag, Sonntag, 10. November 2019 ... See MoreSee Less

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Offener Brief zum bevorstehenden BFV-Verbandstag

DER BERLINER FUSSBALL BRAUCHT VERÄNDERUNG

Liebe Berliner Fußballerinnen und Fußballer,
vor rund drei Jahren wurde die Berliner Fußball-Interessengemeinschaft gegründet. Damals ging es darum, dass sich das Präsidialmitglied Jugend aussichtsreich für den DFB-Jugendausschuss beworben hatte, damit aber beim DFB nicht auf Gegenliebe stieß und dafür auch keine Unterstützung von seinem BFV-Präsidenten erhielt. Selbst Spiegel Online berichtete jüngst über den Fall. Schnell zeigte sich aber, dass die Probleme im Berliner Fußball vielfältiger sind und an sehr vielen Stellen Handlungsbedarf besteht.
Diverse Sitzungen in größeren und kleineren Kreisen wurden organisiert. Der neue BFV-Geschäftsführer musste im TeBe-Casino vielen Interessierten Rede und Antwort stehen. In anderen Runden gab es Gespräche mit BFV-Präsidiumsmitgliedern, gleichzeitig engagierten wir uns in Arbeitsgruppen oder beim Jugendbeirat des BFV. Insgesamt haben wir sehr viele Stunden zugebracht, um tiefe Einblicke in die Verbandsarbeit zu erlangen, aber auch um Vorschläge zu machen. Wir haben in BFV-Runden, in Arbeitsgruppen des DFB und vor allem in Gesprächen mit anderen Vereinsvertretern sehr viel Zeit investiert. Ziehen wir heute ein Fazit, fällt dieses mehr als ernüchternd aus.
Inzwischen sind sehr viele Vereinsvertreter zur Erkenntnis gelangt, dass sich im Berliner Fußballverband vieles ändern muss. Sie haben nicht den Eindruck, dass das Präsidium in der jetzigen Zusammensetzung den Anforderungen gewachsen ist, den Verband zukunftsgerecht aufzustellen. Daher haben wir uns entschlossen, mehrere Anträge zum kommenden Verbandstag zu stellen, die in erster Linie auf die Zukunft des Berliner Fußballs abzielen.
Der wichtigste Antrag ist dabei die Amtszeitbegrenzung des Präsidenten. Wir halten es für unerlässlich, dass nach spätestens drei Legislaturperioden von der Spitze des Verbandes neue Impulse gesetzt werden. Der amtierende Präsident ist bereits in der vierten. Es geht nicht darum, die Arbeit des gesamten Präsidiums zu kritisieren. Wir finden längst nicht alles schlecht, was im BFV passiert. Das Lebenswerk einiger Mitglieder des Präsidiums möchten wir ausdrücklich würdigen. Aber wir sind der festen Überzeugung, dass ein Schnitt erforderlich ist, wollen wir die anstehenden Themen erfolgreich bewältigen.
Dass diesem Präsidium die nötige Kraft fehlt, zeigten anschaulich die jüngsten und dramatischen Ereignisse um die Schiedsrichter. Aber auch bei anderen Themen wirkt der BFV zaudernd und ohne Führung. Das Ansehen in der Stadt ist einem Verband mit 160.000 Mitgliedern nicht angemessen. Es gibt immer wieder technische Probleme mit Auswirkungen auf die Wettbewerbe. Die Kommunikation ist nicht hinreichend. Die Transparenz über die Entscheidungen ist schlecht oder gar nicht erst vorhanden. Die Außendarstellung lässt zu wünschen übrig, Prioritäten sind schwer nachvollziehbar. Der Dienstleistungscharakter gegenüber den Vereinen ist stark optimierbar. Aber am Gravierendsten ist, dass die Innovationsfähigkeit des BFV nicht zu erkennen ist, nicht einmal der Wille dazu.
Wir haben daher rund 30 Anträge gestellt, mit denen wir den Berliner Fußballverband zukunftsgerechter aufstellen wollen. Wir wollen die Stellung bei Politik, Verwaltung, Medien und Wirtschaft verbessern. Wir wollen den BFV schlagkräftiger und innovativer machen. Vor allem aber wollen wir, dass der Verband die Rolle erfüllt, die seine Bestimmung ist.
Der BFV muss endlich der Dienstleister für die Vereine werden, den die vielen Ehrenamtlichen vor Ort verdient haben. Er muss endlich die Arbeit für seine Mitlieder erleichtern, statt immer neue Belastungen und Gebühren aufzurufen. Das BFV-Präsidium stellt mehrere Anträge, die bei den Vereinen unmittelbar höhere Kosten und Belastungen verursachen. Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass 1,5 Millionen Euro sofort aktivierbares Vermögen vorhanden ist. Wir leisten uns eine längst nicht mehr zeitgemäße Sportschule ohne Fußballplatz, dafür aber mit einem Wassergrundstück am Stadtrand, das einmal im Jahr für eine wie aus der Zeit gefallene Ehrungszeremonie genutzt wird.
Gleichzeitig wissen viele Vereinsvorstände nicht mehr, wie sie das Vereinsleben in gewohnter Form aufrecht halten sollen. Die Ehrenamtskrise schlägt auch im Sport voll durch, wird innerhalb des Verbands aber kaum thematisiert. Schon gar nicht werden angemessene Gegenkonzepte entwickelt oder wenigstens Lösungsansätze diskutiert. Die Vereine werden alleine gelassen.
Wir hatten mit unserem Antrag auf dem letzten Verbandstagdie längst überfällige Präsidiumsstelle eines Infrastrukturbeauftragen für den Fußball geschaffen, trotz Gegenstimmen aus demPräsidium. Doch nur wenige Monate darauf wird diese vom Präsidenten verwässert, indem der zuständige Kollege als neuer LSB-Vize nun auch noch für American Football, Golf, Bergsteigen,Speerwerfen, Leichtatleitk und Kanu-Polo verantwortlich ist – also auch für Sportarten, die in Konkurrenz zum Fußball stehen. Berlin war im Februar mit neun Delegierten beim DFB-Amateurkongress. Bis heute hat die BFV-Spitze nicht über die Ergebnisse berichtet, es gab noch nicht einmal ein Nachtreffen zur Auswertung. Dabei betrifft der in Kassel diskutierte DFB-Masterplan alle Vereine. Die Delegierten der Landesverbände wählten unlängst einen neuen DFB-Präsidenten. Die Berliner Vereine haben bis heute nichts darüber gehört, welche Kriterien und Beweggründe das Abstimmungsverhalten des Hauptstadt-Präsidiums beeinflusst haben. Die Liste ließe sich schier endlos fortführen. Wir haben uns gefragt, welche Verbesserungen der BFV in den letzten Jahren für die Vereine erreicht hat. Die Bilanz fällt äußerst sparsam aus.
Statt Prozesse zu verschlanken, dem Hauptamt endlich den nötigen Spielraum für das operative Geschäft zu geben und vor allem den Vereinen den Alltag zu erleichtern, liegen wieder eine Flut von Änderungen und Anträgen vor den Delegierten. Kaum jemand wird sich die Mühe machen, diese im Detail durchzugehen. Dabei wäre es leicht gewesen, sich im Vorfeld mit Interessierten zusammenzusetzen und eine gemeinsame Marschrichtung für den Verbandstag zu erarbeiten. Mit Ausnahme von zwei Diskussionsrunden über die Errichtung so genannter Regionalkonferenzen wurde dieses versäumt. Somit droht uns wieder ein sehr langer „Arbeits-“Verbandstag, der künftig immerhin durch die Einführung einer so genannten Konsenslist verkürzt werden könnte. Wobei sich das Präsidium auch mit diesem Antrag schwer tut. Im Vorfeld des Verbandstags wird nun noch hektisch versucht, einige Antragsteller zum Verzicht zu bewegen. Dabei wäre es doch die elementare Kommunikationsaufgabe des Präsidiums gewesen, nach dem letzten Verbandstag vor zwei Jahren mit den Vereinen in den Diskussionsprozess zu gehen. Entweder hielt man es nicht für wichtig, oder das Präsidium verfügt nicht über die nötigen Moderationskonzepte und -techniken. Beides disqualifiziert die zuständigen Menschen für ihr Amt.
Man könnte hier noch viele Punkte anführen und erläutern, bspw. den Frauen-Mädchenfußball, die dringend nötige Überprüfung der BFV-Strukturen, E-Sports, Futsal, Digitalisierung, Sponsoring, das Verhältnis zu Medien und Wirtschaft, das fehlende Personalentwicklungskonzept, die inhaltliche Modernisierung der Geschäftsstelle, die Ausbildungskonzepte, die fehlende Wertschätzung der Schiedsrichtern und vieles mehr. Klar ist, es besteht enormer Handlungsbedarf, nicht zuletzt für die Unterstützung des Ehrenamts in den Vereinen. Mit einer Arbeitsweise wie vor 20 Jahren kann man die Probleme nicht lösen. Mit Aussitzen schon gar nicht. Daher haben wir auch eine Reihe von Anträgen gestellt, die wir eigentlich von einem innovativen und handlungsfähigen Präsidium erwartet hätten. Wir haben diese Anträge nicht nur für unsere Vereine, sondern im Sinne des Berliner Fußballs gestellt.
Besser wäre allerdings, der Verband würde umfassend seine Aufgabe als Interessensgruppe der Vereine wahrnehmen. An einigen Stellen tut er das sehr gut, z. B. sorgt er für einen weitgehend reibungslosen Spielbetrieb und für die Umsetzung von Satzungen und Ordnungen. Aber er muss im Auftrag der Vereine auch als Lobbyorganisation positiven Einfluss auf Politik, öffentliche Verwaltungen und Gesellschaft ausüben. Nicht zuletzt muss er dafür sorgen, dass die Arbeit der Ehrenamtler in den Vereinen erleichtert wird, die Bedingungen verbessert werden. Das bedeutet vor allem auch Zukunftsfähigkeit. Viele glauben aber, das jetzige Präsidium ist diesen Herausforderungen nicht mehr gewachsen. Auch wir glauben, dass Veränderung nötig ist. Diese wird aber nicht vom Himmel fallen und kann nur von den Vereinen herbeigeführt werden. Mit unserem Antrag auf Begrenzung der Amtszeit haben wir einen wesentlichen Beitrag für einen Neuanfang geleistet. Nun ist es an den Vereinen, sich dem anzuschließen. Oder sie stellen fest, alles sei in bester Ordnung und es brauche keinerlei Veränderungen. Nach den Diskussionen und Gesprächen der letzten drei Jahre würde uns das sehr überraschen.
Wir möchten helfen, den Berliner Fußballverband als Dienstleister für die Vereine und zukunftsgerecht aufzustellen. Über den Inhalt unserer Anträge kann im Detail sicher diskutiert werden. Aber wir möchten festhalten, dass es uns lieber gewesen wäre, ein zeitgemäß operierendes Präsidium würde selbst die Zeichen der Zeit erkennen und im Sinne der Vereine und des Berliner Fußballs handeln. Leider sehen wir kaum Kraft für neue Ideen oder gar Visionen. Insofern muss die Initiative dazu aus den Vereinen kommen. Eben über Anträge auf dem Verbandstag, so wie es die Satzung vorsieht. Wir wissen natürlich, dass viele eine lange Diskussion mit einem noch längeren Nachmittag fürchten. Diese wäre mit einer besseren Vorbereitung des Verbandstags zu verhindern gewesen. Die Verantwortung dafür liegt beim aktuellen Präsidium. Wir haben als Vereine die Chance, die Weichen für eine professionellere Arbeit im Verband und für bessere Ergebnisse im Sinne des Berliner Fußballs zu stellen. Ohne Debatte wird das nicht gehen. Aber im Sinne unseres geliebten Sports und im Sinne der vielen ehrenamtlichen Vorstände, Coaches und Mithelfenden sollten wir sie führen.
Bernd Fiedler (Stern 1900),
Gerd Thomas (FC Internationale)
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